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Patti Smith: Dream Of Life

USA 2007, 109 Min., OV/df, Dokumentarfilm, Regie: Steven Sebring, mit Patti Smith, Sam Shepard, Tom Verlaine, Jackson Smith

Pressetext

Vor fast zwölf Jahren besuchte der Fotograf Steven Sebring sein erstes Patti-Smith-Konzert. Ihr Auftritt beeindruckte ihn so sehr, dass er Patti Smith bat, sie fotografieren und filmen zu dürfen. Aus dem, was damals durchaus experimentellen Charakter besass – denn Steven Sebring verfügte über keinerlei professionelle Filmerfahrung –, entwickelte sich eine filmische Langzeitbeobachtung und ein sehr persönliches „bio-pic“, dessen Aufnahmen Patti Smith selbst kommentiert.
(Look Now!)

Pause

CH 2014, 82 Min., F/d, Regie: Mathieu Urfer, mit Baptiste Gilliéron, Julia Faure, André Wilms

Der Singer-Songwriter Sami führt ein unbeschwertes Leben und hat keine grossen Ansprüche. Seit vier Jahren sind er und die so schöne wie erfolgreiche Julia ein Paar. Als sie eine Beziehungspause will, fällt Sami aus allen Wolken. Was nun? Zum Glück ist da sein bester Freund, der in einem Altersheim lebende und begnadete Musiker Fernand. Mit seiner Unterstützung beschliesst Sami, Julia zu zeigen, dass sie seine grosse Liebe ist...

Pausenlos

CH 2008, 85 Min., D/CH-Dialekt, Regie: Dieter Gränicher, mit Karlheinz A. Geissler, Didier Plaschy, Gabriela Bohl

Rezension von Geri Krebs

Wir alle leben ein gehetztes Leben, eilen von Termin zu Termin, glauben immer erreichbar sein zu müssen, und irgendwann fragen wir uns, wo eigentlich unsere Zeit hingekommen ist. Der Schweizer Dokumentarfilmer Dieter Gränicher, der 2002 mit „Seelenschatten“ einen grossartigen Film über depressive Menschen realisiert hat, porträtiert in seinem neuesten Filmessay eine Handvoll Leute, die versuchen, einen bewussteren Umgang mit der Zeit zu finden als das Gros der gestressten Zeitgenossen.

Pepperminta

CH 2009, 84 Min., D, Regie: Pipilotti Rist, mit Ewelina Guzik, Sven Pippig, Sabine Timoeteo, Elisabeth Orth, Noemi Leonhardt

Rezension von Irene Genhart

Pipilotti Rist, ihres Zeichens arrivierte Schweizer Video- und Installations-Künstlerin, hat ihren ersten langen Kinofilm gedreht. „Pepperminta“ titelt dieser, den Namen seiner Protagonistin tragend und das passt sehr gut: Denn erfrischend kunter-bonbon-bunt ist „Pepperminta“, ein farbig-fruchtig-blumiges Leinwandstück, geprägt von demselben luftig-verspielten, gleichwohl sanft gesellschaftskritischen Geist, den Rists gesamtes Schaffen durchzieht.

Perfect Days

JP/DE 2023, OV/df, 123', Regie: Wim Wenders, mit Yumi Asô, Tokio Emoto, Sayuri Ishikawa

Wim Wenders begleitet geduldig und detailreich einen Toilettenreiniger in Tokio durch seinen Alltag: Ein bestechend einfacher und gleichzeitig sehr kunstvoller Film, der aus einem Nichts an Handlung durch genauen Blick und meisterhafte Kontrolle des Rhythmus zu einem poetischen Meisterwerk über das Glück des Augenblicks und des einfachen Lebens wird.

Periferic

RUM 2010, 87 Min., OV/df, Regie: Bogdan George Apetri, mit Matilda Ana Ularu, Andrei Andi Vasluianu, Lavinia Ioana Flora, Paul Mimi Branescu

Als Matilda einen Tag Freigang aus dem Gefängnis erhält, beschliesst sie, das Land zu verlassen. Bis zum Abend muss sie ihre Flucht organisiert haben. Mit wilder Entschlossenheit konfrontiert sie sich mit ihrer Familie, ihrem ehemaligen Freund, ihrem kleinen Sohn.

Persepolis

F 2007, OV/d, 90 Min., Regie: Marjane Satrapi, Vincent Paronnaud

Pressetext

Marjane versteht die Welt nicht mehr. Im Teheran der späten Siebziegerjahre verändert die islamische Revolution die ganze Gesellschaft - und auch Marjanes Leben. Das aufgeweckte Mädchen holt sich bei der scharfzüngigen Grossmutter Rat und debattiert nachts mit dem lieben Gott und Karl Marx.

Persischstunden

RU/DE/BY 2020, OV/df, D/f, 128', Regie: Vadim Perelman, mit Nahuel Pérez Biscayart, Lars Eidinger, Leonie Benesch, Jonas Nay

Filmkritik von Walter Gasperi

Weil sich ein belgischer Jude als Perser ausgibt, wird er nicht hingerichtet, sondern soll im KZ einen SS-Offizier in Farsi unterrichten. So entwickelt sich in Vadim Perelmans spannendem Drama eine ungewöhnliche Lehrer-Schüler-Beziehung, bei der aber immer auch an die Schrecken der Shoa erinnert wird.

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Peter K. - Alleine gegen den Staat

CH 2021, CH-Dial., 99', Regie: Laurent Wyss, mit Manfred Liechti, Sibylle Brunner, Stefanie Günter Pizarro

Filmkritik von Oliver Camenzind

Diese wahre Erzählung wirft einen dokumentarischen, fast zu unspektakulären Blick auf die Leidensgeschichte des Aussenseiters Peter Kneubühl.

Petite Nature

FR 2021, F/d, 93', Regie: Samuel Theis, mit Aliocha Reinert, Antoine Reinartz, Mélissa Olexa

Der 10-jährige Blondschopf Johnny ragt heraus: Er scheint weder zu seiner taffen, aber zuweilen völlig überforderten Mutter Sonia, noch in die Sozialsiedlung im Nordosten Frankreichs zu passen, in die sie kürzlich umgezogen sind. Mit neugierigem Blick geht der sensible Junge durch die Welt und interessiert sich für Dinge weit über seinem Altershorizont.

Phantom Thread

US 2017, E/df, 130 Min., Regie: Paul Thomas Anderson, mit Daniel Day-Lewis, Lesley Manville, Vicky Krieps

Niemand kann Reynolds Woodcock in Sachen Mode und Schneiderkunst das Wasser reichen. Unterstützt von seiner Schwester Cyril kleidet er Adlige, Filmstars, Erbinnen, Damen aus der Society und Debütantinnen im London der Nachkriegsjahre ein.

Photograph

IN/US/DE 2018, OV/df, 110 Min., Regie: Ritesh Batra, mit Sanya Malhotra, Nawazuddin Siddiqui

Filmkritik von Stefan Volk

Laut und hektisch, so stellt man sich das Leben in der Millionenmetropole Mumbai gemeinhin vor. Schrill und bunt, was das indische Kino daraus macht. Beides stimmt, und es stimmt auch wieder nicht. Neben der schillernden Perspektive Bollywoods existieren noch andere Blickwinkel auf die Menschen in Mumbai. Zum Beispiel der träumerisch ruhige und poetisch nachdenkliche in Ritesh Batras Photograph.

Picnic

Rumänien 2008, 84 Min., OV/df, Regie: Adrian Sitaru, mit Adrian Titeni, Ioana Flora, Maria Dinulescu

Rezension von Andrea Lüthi

Mihai und Iubi fahren zum Sonntagspicknick; sie streiten sich. Plötzlich gibt es einen Knall, eine Frau liegt reglos vor dem Auto. Als das Paar Fahrerflucht begehen will, schlägt die angefahrene Frau die Augen auf. Iubi und Mihai bleibt nichts anderes übrig, als den Wunsch der kindlich-unbeschwerten Ana zu akzeptieren und sie zum Picknick mitzunehmen.

Pina

DE 2011, 103 Min., OV/df, Regie: Wim Wenders, mit: Tanztheater Wuppertal

Rezension von Irene Genhart

Wim Wenders „Pina“ ist eine glühende Hommage an die weltberühmte Wuppertaler Tanztheater-Gründerin Pina Bausch – und einer der ersten Filme, die eine Kinozukunft in Real-3D nicht mehr nur als puren Albtraum erscheinen lassen.

Pleasure

SE/NL/FR 2020, OV/df, 109', Regie: Ninja Thyberg, mit Sofia Kappel, Revika Anne Reustle, Evelyn Claire

Filmkritik von Susanne Gottlieb

«Business or Pleasure», Geschäftlich oder Vergnügen, fragt der Immigrationsbeamte Linnéa, als sie zum ersten Mal die USA betritt. «Pleasure», erklärt diese lapidar. Und das meint sie auch so. Die junge Schwedin will unter dem Pseudonym Bella Cherry in der Pornoindustrie Karriere machen. Warum, fragt sie ein Co-Star später, sie könne doch so viel anderes mit ihrem Leben machen. Die Antwort: «Ich bin hier, weil ich ficken möchte».

Polder

CH 2015, D, 90 Min., Regie: Samuel Schwarz, Julian M. Grünthal, mit Nina Fog, Christoph Bach, Philippe Graber

Fantastic Film Festival Trieste 2016: Méliès d'Argent für den Besten Europäischen Fantastic Film
Nocturna Festival Madrid 2016: 6 Preise

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Polish Prayers

CH/PL 2022, OV/df, 84', Regie: Hanka Nobis, Dokumentarfilm

Der 22-jährige Antek ist dazu ausersehen, zum religiösen Anführer der ultrakonservativen Polnischen Bruderschaft aufzusteigen. Diese organisiert Gegendemonstrationen zu LGBTQI-Veranstaltungen und trifft sich zu Männlichkeitsritualen im Wald. Doch als Antek kurz vor der Beförderung steht, beginnt er, die moralischen Grundsätze zu hinterfragen, für die er jahrelang gekämpft hat.

Ponyo

JP 2008, 101 Min., OV/df, Regie: Hayao Miyazaki, Animationsfilm

Rezension von Doris Senn

"Ponyo“ ist ein für Kinder gestalteter Anime des 70-jährigen Hayao Miyazaki („Spirited Away“). In Anlehnung an das Andersen-Märchen von der „Kleinen Seejungfrau“ wird darin vom Goldfischmädchen Ponyo erzählt, das sich in den Menschenjungen Sosuke verliebt und sich in der Folge selbst in ein Menschenkind verwandelt. Weil Ponyo dabei das Zauberelixier verschüttet, droht ein Riesen-Tsunami die Zivilisation zu verschlingen...

Poor Things

US 2023, OV/df / D, 141', Regie: Yorgos Lanthimos, mit Emma Stone, Willem Dafoe, Mark Ruffalo

Filmkritik von Walter Gasperi

Eine Emanzipationsgeschichte wie es noch keine gab: Yorgos Lanthimos inszeniert die Entwicklung einer jungen Frau als bildgewaltigen, immer wieder überraschenden, zwischen Realismus und grandioser Künstlichkeit pendelnden und von trockenem schwarzem Humor durchzogenen grandiosen Trip. – Überragend in der Hauptrolle: Emma Stone.

Porto

PT/FR 2016, OV/df, 75 Min., Regie: Gabe Klinger, mit Anton Yelchin, Lucie Lucas

Zurich Film Festival: Special Screening
San Sebastian Intl. Film Festival

Post Tenebras Lux

MEX 2012, 118 Min., OV/df, Regie: Carlos Reygadas, mit Adolfo Jimenez Castro, Nathalia Acevedo, Willebaldo Torres

Juan und Natalia sind ein offensichtlich wohlhabendes Paar mit zwei kleinen Kindern, Rut und Eleazar, die sich ein schönes Anwesen auf dem Land gekauft haben, um dort zu leben.

Poulet aux prunes

FR/DE 2011, 93 Min., F/d, Regie: Marjane Satrapi, Vincent Paronnaud, mit Mathieu Amalric, Isabella Rossellini, Jamel Debbouze

Rezension von Cindy Hertach

Der zweite Kinofilm der iranischen Comic-Zeichnerin Marjane Satrapi („Persepolis“) ist für einmal kein düsterer Trickfilm, sondern eine bonbonfarbene Liebesgeschichte. Darin möchte ein trauriger Geigenspieler sterben – aber nicht ohne noch einmal von seiner grossen Jugendliebe geträumt zu haben.

Poupoupidou

FR 2010, 102 Min., OV/df, Regie: Gérald Hustache-Mathieu, mit Jean-Paul Rouve, Sophie Quinton, Guillaume Gouix

Pressetext

Endlich wieder einmal ein spannender, intelligenter Thriller aus Frankreich! Ein Film, der Erinnerungen an den Klassiker «Fargo» der Gebrüder Coen und ans filmische Universum von David Lynch weckt. Zugleich glänzt «Poupoupidou» mit unnachahmlichen eigenen Ideen und einem wunderbaren französischen Flair.

Pranzo Di Ferragosto

I 2008, 75 Min., OV/df, Regie: Gianni Di Gregorio, mit Valeria De Franciscis, Marina Cacciotti, Maria Calì, Grazia Cesarini Sforza, Alfonso Santagata und Gianni Di Gregorio

Rezension von Irene Genhart

Der Protagonist dieser römischen Sommerkomödie gehört zu einer Gattung Mensch, die man im Kino nur selten trifft: Gianni, Mitte Vierzig, vermutlich homosexuell, ist ein ausgewachsenes Muttersöhnchen. Er wohnt nicht nur seit eh und je mit seiner Mutter, sondern führt, da Mama inzwischen hoch betagt ist, auch den Haushalt, amtiert als Pfleger und Unterhalter.

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Prater

A/D 2007, D, 104 Min., Dokumentarfilm, Regie: Ulrike Ottinger, Gäste: Elfriede Jelinek, Elfriede Gerstl, Ursula Storch, Werner Schwarz, Herbert J. Wimmer, Veruschka von Lehndorff, Robert Kaldy-Karo, Erzähler: Peter Fitz

Pressetext

Praterdynastien erzählen vom Schaustellerleben. Wir begegnen den Nachkommen des "Manns ohne Unterleib", der um 1900 mit Frau und Kindern eine Vielzahl bis heute bestehender Vergnügungsbetriebe gründete.

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