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Les Barbares

FR 2024, F/d, 104', Regie: Julie Delpy, mit Julie Delpy, Sandrine Kiberlain, Laurent Lafitte

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein Dorf in der Bretagne will ukrainische Flüchtlinge aufnehmen, doch stattdessen kommt überraschend eine syrische Familie: Julie Delpy gelingt ein großartiger Mix aus Komödie und Drama, in dem gleichzeitig bissig mit Vorurteilen und Rassismus abgerechnet und bewegend von einem Flüchtlingsschicksal erzählt wird.

Les Chatouilles

FR 2018, F/d, 103 Min., Regie: Andréa Bescond & Éric Métayer, mit Andréa Bescond , Karin Viard, Clovis Cornillac, Pierre Deladonchamps

Les Chatouilles erzählt die Geschichte von Odette. Mit acht Jahren hat sie zwei Leidenschaften, die ihr Leben dominieren: Tanzen und Malen. Wieso sollte sie dann hinterfragen, was es bedeutet, als ein Freund ihrer Eltern anfängt, mit ihr "Kitzelspiele" zu spielen.

Les Choses Simples

FR 2023, F/d, 95', Regie: Eric Besnard, mit Lambert Wilson, Grégory Gadebois

Filmkritik von Walter Gasperi

Der auf der Überholspur lebende Manager und der wortkarge Einsiedler: Ausgelaugt wirkt diese Figurenkonstellation auf den ersten Blick, doch Éric Besnard kann daraus mit überraschenden Wendungen und den zwei blendend harmonierenden Hauptdarstellern Lambert Wilson und Grégory Gadebois sympathisches Wohlfühlkino entwickeln.

Les femmes du 6e étage

F 2010, 104 Min., F/d, Regie: Philippe Le Guay, mit Fabrice Luchini, Sandrine Kiberlain, Carmen Maura, Natalia Verbeke

Pressetext

Paris, 1960. Der etwas verklemmte Börsenmakler Jean-Louis Joubert (Fabrice Luchini), führt mit seiner konservativen Frau (Sandrine Kiberlain) ein grossbürgerliches Leben. Man kann es auch langweilig nennen. Doch die neue, attraktive Haushälterin Maria (Natalia Verbeke) schafft es nicht nur, das Frühstücksei perfekt zu kochen, sondern Jean-Louis aus seiner Daseinsroutine zu erwecken.

Les grandes ondes (à l'ouest)

CH 2013, 85 Min., F/d, Regie: Lionel Baier, mit Valérie Donzelli, Michel Vuillermoz, Patrick Lapp, Francisco Belard

April 1974. Zwei Journalisten vom Schweizer Radio sollen aus Portugal über die Unterstützung der Schweizerischen Eidgenossenschaft berichten. Bob, ein Techniker kurz vor dem Ruhestand, begleitet sie mit seinem unverwüstlichen VW-Bus.

Les Grandes Personnes

FR 2008, 84 Min., F/d, Regie: Anna Novion, mit Jean-Pierre Darroussin, Anaïs Demoustier

Rezension von Andrea Lüthi

Jedes Jahr besucht Albert mit seiner Tochter Jeanne ein anderes Land, um ihr dessen Kultur näher zu bringen. Dieses Jahr wollen sie die Sommerferien auf einer kleinen schwedischen Insel verbringen.

Les Herbes Folles

FR 2009, 104 Min., F/d, Regie: Alain Resnais, mit André Dussolier, Sabine Azéma, Emmanuelle Devos, Mathieu Amalric

Rezension von Irene Genhart

„Les herbes folles“ von Alain Resnais ist eine köstliche Komödie um die zwischenmenschliche Anziehungskraft.

Les Hirondelles de Kaboul

FR/CH 2019, OV/df, 80', Regie: Zabou Breitman, Eléa Gobbé-Mévellec, Animationsfilm mit Hiam Abbass, Swann Arlaud, Simon Abkarian, Zita Hanrot

Filmkritik von Christian Gasser

Kabul, im Sommer 1998: Hand in Hand stehen Zunaira und Mohsen vor der Buchhandung, die ihnen früher so viel bedeutet hat. Sie liegt in Trümmern. Wie das Kino, wie das Theater. Seit der Machtergreifung der Taliban sind alle weltlichen Vergnügungen verboten. Zunaira schwitzt unter der schweren Burka, Mohsen will ihr einen Knopf öffnen – ein Taliban hält das für eine unzüchtige Berührung, prügelt Mohsen in die Moschee und demütigt Zunaira öffentlich.

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Les Méduses - Meduzot

Israel 2007, OV/df, 78 Min., Regie: Etgar Keret & Shira Geffen, mit Sarah Adler, Nikol Leidman, Gera Sandler

Pressetext

Hier trennt sich ein Liebespaar, dort heiratet eines. So spielt das Leben. Der israelische Kultautor Etgar Keret (Gaza Blues) und Shira Geffen erzählen uns mit einer haluzinierenden Mischung aus Humor und Melancholie von der Gelegenheitsserviererin Batya, die am Meer ein kleines Mädchen findet und mit ihm der eigenen Kindheit wieder begegnet.

Les Misérables

FR 2019, F/d, 102', Regie: Ladj Ly, mit Damien Bonnard, Alexis Manenti, Djibril Zonga, Jeanne Balibar

Filmkritik von Erwin Schaar

Nach der Schlussblende, vor dem Abspann gibt Regisseur Ladj Ly uns ein Zitat aus Victor Hugos gleichnamigen Roman mit auf den Weg: «Merkt Euch, Freunde! Es gibt weder Unkraut noch schlechte Menschen. Es gibt bloss schlechte Gärtner».

Les Murs Porteurs

F 2008, 92 Min., F/d, Regie: Cyril Gelblat, mit Miou-Miou, Charles Berling, Giovanna Mezzogiorno, Shulamit Adar, Anaïs Demoustier

Rezension von Cindy Hertach

Frida Rosenfeld ist dement. Verwirrt streift die fünfundsiebzigjährige Jüdin auf der Suche nach ihrem verstorbenen Mann durch die Innenstadt von Paris. Ihre Kinder Judith und Simon müssen sie deshalb regelmässig in ihrer ehemaligen Wohnung an der Rue Turenne im Marais-Quartier abholen.

Les neiges du Kilimandjaro

FR 2011, 107 Min., F/d, Regie: Robert Guédiguian, mit Ariane Ascaride, Gérard Meylan, Jean-Pierrre Darroussin

Pressetext

Michel (Jean-Pierre Darroussin) lebt mit seiner Frau Marie-Claire (Ariane Ascaride) in Marseille. Die beiden sind seit 30 Jahren ein glückliches Paar.
Sie lieben ihre Kinder und Enkelkinder. Sie haben viele sehr gute Freunde und sie sind stolz auf ihr politisches Engagement in der Gewerkschaft.

Les Nouvelles Èves

CH 2021, OV/df, 83', Regie: Camille Budin, Annie Gisler, Jela Hasler, Thais Odermatt, Wendy Pillonel & Anna Thommen, Dokumentarfilm

Filmkritik von Noemi Ehrat

Der zweite grosse nationale Frauenstreik ist zweieinhalb Jahre her, doch mit dem Dokumentarfilm Les Nouvelles Èves wird ihm nun ein gebührendes filmisches Denkmal gesetzt. Dabei sind die Entstehung und Realisation des Films genauso spannend wie sein Inhalt: Er entstand nämlich als Projekt eines Kollektivs, bestehend aus den sechs Regisseurinnen Camille Budin, Annie Gisler, Jela Halser, Thais Odermatt, Wendy Pillonel und Anna Thommen.

Les Particules

FR/CH 2019, F/d, 92', Regie: Blaise Harrison, mit Thomas Daloz, Néa Lüders, Salvatore Ferro, Léo Couilfort

Filmkritik von Julian Hanich

Eine kalte, farblose Spätherbstlandschaft. Regen, später Schnee. Oft ist es Nacht und die Dunkelheit nur durch gelbstichige Lichtflecken erhellt.

Les Pires

FR 2022, F/d, 99', Regie: Lise Akoka, Romane Gueret, mit Mallory Wanecque, Timéo Mahaut, Johan Heldenbergh, Loïc Pech

Die Dreharbeiten finden in der Cité Picasso in Boulogne-Sur-Mer in Nordfrankreich statt.

Les Plages D´Agnès

FR 2008, 110 Min., F/d, Regie: Agnès Varda, Dokumentarfilm

Rezension von Irene Genhart

In „Les plages d‘Agnès“ erzählt die französische Filmemacherin Agnès Varda in beglückender Weise aus ihrem Leben.

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Les Ponts de Sarajevo

CH/FR/DE/BG/IT 2014, 114 Min., OV/df, Regie: Ursula Meier, Jean-Luc Godard u.a.

Dreizehn Blicke, eine Stadt: ihre Vergangenheit, ihre Rolle in der Gegenwart. Regieschaffende aus verschiedenen Ländern Europas, darunter die Schweizer Ursula Meier und Jean-Luc Godard, bringen Geschichten und Impressionen aus Sarajevo auf die Leinwand.

Let The Right One In

Schweden 2008, 114 Min, OV/df, Regie: Tomas Alfredson, mit Kare Hedebrant, Lina Leandersson, Per Ragnar

Rezension von Irene Genhart

Oskar ist, zwölfjährig, blond, introvertiert; und würde man nicht bereits zu Beginn dieses poetisch-wuchtigen Films von Tomas Alfredson erfahren, welchen seltsamen Rache-Phantasien Oskar insgeheim nachhängt, hätte man mit dem von seinen Mitschülern immer wieder gepeinigten Jungen tiefes Mitleid. So aber schaut man mit gemischten Gefühlen seinem Treiben zu - und wie Oskar eines Abends im Hof vor seiner Wohnung der gleichaltrigen Eli begegnet, fürchtet man gar kurz um das krankhaft blass und verwahrlost aussehende Mädchen.

Let's Make Money

A 2008, 107 Min., D, Regie: Erwin Wagenhofer, Dokumentarfilm

Rezension von Geri Krebs

2004 entwickelte sich Erwin Wagenhofers „We Feed the World“ in Österreich zum erfolgreichsten Dokumentarfilm aller Zeiten. Der globalisierungskritische Film über die Wege industrieller Nahrungsmittelproduktion war aber auch in andern Ländern sehr erfolgreich.

Level Up Your Life

CH/DE 2018, D, 88 Min., Regie: Oliver Paulus, Stefan Hillebrand, mit Sabine Reinhardt, Christoph Jungmann, Jim Libby, Isolde Fischer

Evelyns Leben verläuft alles andere als glücklich. Die Beziehung zu ihrem Mann ist eingeschlafen und täglich wird sie von ihrem jungen, arroganten Chef schikaniert und gemobbt. Für ihre Kollegen bei ZAPP (Zeitarbeit – persönlich und professionell) ist sie Luft.

Liebesleben

D 2007, 113 Min., Regie: Maria Schrader, mit Netta Garti, Rade Serbedzija, Tovah Feldshuh

Pressetext

Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Zeruya Shalev.

Lila, Lila

DE 2009, 107 Min., D, Regie: Alain Gsponer, mit Daniel Brühl, Hannah Herzsprung, Henry Hübchen, Kirsten Block

Rezension von Irene Genhart

David Kern findet in einem Nachttisch vom Trödler ein Typoskript. Jahrzehnte alt scheint dieses zu sein und erweist sich für den Protagonisten von „Lila, Lila“ vorerst als Geschenk des Himmels: In einer Nacht- und Nebelaktion verleibt Kern dieses seinem Computer ein, ersetzt den Namen des Autors durch seinen eigenen: Le voilà, fertig ist - ja was ist es denn: das Plagiat, die Fälschung?

Little Joe

AT/UK/DE 2019, OV/df, 105 Min., Regie: Jessica Hausner, mit Emily Beecham, Ben Whishaw, Kerry Fox

Filmkritik von Michael Pekler

«There are simply no symptoms.» Was man nicht wahrhaben will, das möchte man oft nicht erkennen. Oder falls man es doch erkannt hat, nicht gelten lassen. So wie der Chefwissenschaftler jenes Labors, in dem Alice (Emily Beecham mit blasser Haut und rotem Pagen-kopf) unermüdlich nach einer neuen Pflanzensorte forscht. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat die unnahbar wirkende junge Frau jahrelang an deren Entwicklung gearbeitet.

Little Women

US 2019, OV/df, 135 Min., Regie: Greta Gerwig, mit Emma Watson, Saoirse Ronan, Florence Pugh, Eliza Scanlen

Filmkritik von Michael Kuratli

Jede Zeit hat ihre Little Women. Wenige Stoffe der modernen (englischsprachigen) Literatur liefern Anlass zu derart regelmässigen Neuauflagen.

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Lluvia

AR 2008, 110 Min., OV/df, Regie: Paula Hernández, mit: Valeria Bertuccelli, Ernesto Alterio

Rezension von Irene Genhart

Sie - sie mag um die dreissig sein - steckt mit ihrem Auto im strömenden Regen in der Grossstadt im Stau. Er - wenig älter als sie - taucht quasi aus dem Nichts auf, öffnet die Tür ihres Autos, setzt sich neben sie. Er ist auf der Flucht, an der Hand verletzt, bittet kurz sitzen bleiben zu dürfen. Sie lässt es geschehen, wie man Unerwartetes geschehen lässt, wenn man verdattert ist: Hoch symbolisch beginnt „Lluvia“, der nach „Herencia“ zweite Spielfilm der Argentinierin Paula Hérnandez.

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