A Sad And Beautiful World
Filmkritik von Walter Gasperi
Cyril Aris verknüpft eine sich über 30 Jahre spannende Liebesgeschichte mit der Geschichte seines Heimatlands Libanon: Ein trotz des bedrückenden Hintergrunds leichthändiges und verspieltes, zwischen Optimismus und Zukunftsängsten pendelndes Spielfilmdebüt, das von den zwei großartig harmonierenden Hauptdarsteller:innen Mounia Akl und Hasan Akil getragen wird.
Cinque Secondi
Filmkritik von Walter Gasperi
Ein wortkarger Eigenbrötler wird in seinem verfallenden Rückzugsort in der Toskana von einer Gruppe junger Erwachsener gestört, die den vernachlässigten Weinberg wieder kultivieren wollen: Mit starken Schauspieler:innen, aber wenig fokussierter Dramaturgie erzählt Paolo Virzi gefühlvoll von Schuldgefühlen, Einsamkeit und einem Neubeginn.
Sie Glauben An Engel, Herr Dworak?
Die optimistische Studentin Lena übernimmt einen Schreibkurs – ihr einziger Teilnehmer ist Hugo Drowak, ein verbitterter, trinkender Misanthrop. Einst schrieb er voller Leidenschaft Liebesgedichte, bis eine Enttäuschung ihn in Alkohol und Isolation trieb.
Soudain
Filmkritik von Walter Gasperi
Sanft und mit größtem Einfühlungsvermögen erzählt Ryūsuke Hamaguchi von der Leiterin eines Pariser Pflegeheims, die sich für eine wertschätzende Pflege der dementen Bewohner:innen einsetzt, und ihrer unheilbar an Krebs erkrankten japanischen Freundin: Eine durch ihr großartiges Ensemble und ihre zurückhaltende Inszenierung zutiefst berührende, meisterhafte Schule der Achtsamkeit und des Respekts.
Teenage Sex And Death At Camp Miasma
Filmkritik von Walter Gasperi
Eine junge queere Filmemacherin plant den Reboot einer 1980er Jahre Slasher-Serie und besucht deshalb die damalige Hauptdarstellerin, die abgeschieden am einstigen Drehort lebt: Ein ziemlich abgefahrener Meta-Film, in dem extreme Künstlichkeit und Realismus, Film-im-Film und Realität sowie blutige Slasherszenen und intime Momente ständig ineinander übergehen.
Tristan Forever
Die Zeit steht still auf Tristan da Cunha, nur selten verirrt sich ein Neuankömmling hierher. Einzig auf dem Seeweg ist die Insel erreichbar, nach mehr als einer Woche Fahrt. Es ist die entlegenste bewohnte Insel mitten im Südatlantik. Eine eigene Welt, fernab von allem.