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Der Mann Auf Dem Kirchturm

CH 2025, D/CH-Dial./d, 80', Regie: Edwin Beeler, Dokumentarfilm mit Anna Beeler-Nussbaumer, David Meile

Filmkritik von Walter Gasperi

Edwin Beeler spürt nicht nur dem Leben seines Großvaters nach, sondern zeichnet beiläufig auch das Bild eines verschwundenen Schweizer Dorflebens, patriarchaler Strukturen und eines familiären Traumas: Ein sehr behutsamer und berührender Dokumentarfilm, der gerade in der Fokussierung auf einer privaten Geschichte Universalität gewinnt.

I Love You, I Leave You

CH 2025, CH-Dial./de, 94', Regie: Moris Freiburghaus, Dokumentarfilm mit Dino Brandão

Für ein Konzert reist der Schweizer Musiker Dino Brandão nach über zwanzig Jahren nach Angola, das Heimatland seines Vaters. Konfrontiert mit dessen Vergangenheit und Fragen zur eigenen Identität, wird bei Dino eine manische Episode ausgelöst. 

Jeunes Mères

BE 2025, F/d, 106', Regie: Jean-Pierre & Luc Dardenne, mit Babette Verbeek, Elsa Houben, Janaina Halloy Fokan

Filmkritik von Walter Gasperi

Jean-Pierre und Luc Dardenne folgen fünf Teenagern, die mit ihren Babys in einem Heim für minderjährige Mütter leben, durch ihren Alltag: Quasidokumentarisches, schnörkelloses sozialrealistisches Kino, das ungeschönt und nüchtern, aber empathisch Einblick in schwierige Lebensverhältnisse bietet.

Kokuho - The Master Of Kabuki

JP 2025, OV/df, 174', Regie: Lee Sang-il, mit Ryo Yoshizawa, Ryusei Yokohama, Ken Watanabe

Filmkritik von Walter Gasperi

Sang-il Lee entführt in die faszinierende Welt des Kabuki-Theaters und erzählt von Freundschaft und Karriere, japanischen Traditionen und dem Preis des Ruhms: Ein bildmächtiges, mitreißendes Epos, das den Bogen über 50 Jahre spannt und mühelos fast drei Stunden fesselt.

Lesbian Space Princess

AU 2025, OV/df, 86', Regie: Leela Varghese, Emma Hough Hobbs, Animationsfilm

Die introvertierte Prinzessin Saira, Tochter der lesbischen Königinnen des Planeten Clitopolis, ist am Boden zerstört: Ihre Freundin, die Kopfgeldjägerin Kiki, hat mit ihr Schluss gemacht! Saira sei einfach zu langweilig, sagt sie. Dabei hat sie ihr ein so schönes Beziehungsalbum gebastelt!

Mit Einem Tiger Schlafen

AT 2025, D, 107', Regie: Anja Salomonowitz, mit Birgit Minichmayr, Johanna Orsini, Oskar Haag

Filmkritik von Walter Gasperi

Anja Salomonowitz zeichnet in einer Collage aus fragmentarischen Szenen ein Bild von Leben und Schaffen der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig (1919 – 2014). – Ein vielschichtiger Hybrid aus Spielfilm und Dokumentarfilm, in dem Lassnig in den unterschiedlichsten Lebensaltern von Birgit Minichmayr verkörpert wird.

Mother

MK 2025, OV/df, 104', Regie: Teona Strugar Mitevska, mit Noomi Rapace, Sylvia Hoeks, Nikola Ristanovski

In Kalkutta hilft Schwester Teresa den Bedürftigen, gleichzeitig wartet sie auf die Zustimmung des Vatikans zur Gründung ihres eigenen Ordens. Ihre Nachfolge im Kloster soll die fromme Agnieszka antreten, die ihr aber ausgerechnet jetzt einen kapitalen Fehler beichtet. Mit Noomi Rapace als Mutter Teresa und einem rockigen Soundtrack liefert Teona Strugar Mitevska einen modernen Film über eine umstrittene Frau. In sieben entscheidenden Tagen im Leben der in Skopje geborenen Heiligen zeigt die nordmazedonische Filmemacherin die zukünftige Mutter Teresa hin- und hergerissen zwischen ihren religiösen Überzeugungen und der Realität des Lebens, das sie umgibt.

Rebuilding

US 2025, OV/df, 95', Regie: Max Walker-Silverman, mit Josh O’Connor, Lily LaTorre, Meghann Fahy

Nachdem seine Ranch durch einen Waldbrand vollständig zerstört wurde, muss der zurückhaltende Dusty in einen provisorischen Wohnwagenpark ziehen. 

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The Last Viking

DK 2025, OV/df, 117', Regie: Anders Thomas Jensen, mit Mads Mikkelsen, Kardo Razzazi, Nikolaj Lie Kaas

Filmkritik von Walter Gasperi

Anders Thomas Jensen feiert in seinem heftigen Mix aus schwarzem Humor und brutaler Gewalt Außenseitertum und Individualität und erzählt auch berührend von familiärem Trauma: Skurrile Figuren, Einfallsreichtum und die abrupten Wechsel der Tonlage sorgen für eine Achterbahnfahrt zwischen Lachen und Entsetzen.

The Voice Of Hind Rajab

TN/FR 2025, OV/df, 90', Regie: Kaouther Ben Hania, mit Amer Hlehel, Clara Khoury, Motaz Malhees

Filmkritik von Walter Gasperi

Im Januar 2024 versuchten Mitarbeiter:innen des Roten Halbmonds verzweifelt, die Rettung eines fünfjährigen Mädchens zu organisieren, das im Gazastreifen in einem zerschossenen Autowrack auf Hilfe wartete: Ein erschütternder, aber in der Vermischung von dokumentarischen Elementen und thrillerhafter Inszenierung auch zwiespältiger Film.

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