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Bugonia

US/KR 2025, OV/df, 118', Regie: Yorgos Lanthimos, mit Emma Stone, Jesse Plemons, Jennifer Venditti

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein Anhänger von Verschwörungstheorien entführt mit seinem Cousin die Chefin eines Chemiekonzerns, die er für eine Außerirdische hält, die die Erde zerstören will: Yorgos Lanthimos rechnet in seiner pechschwarzen und zunehmend blutigen Gesellschaftssatire ebenso trocken wie bissig mit menschlicher Dummheit, Ignoranz und Gewaltbereitschaft ab.

Der Held Vom Bahnhof Friedrichstrasse

DE 2025, D, 114', Regie: Wolfgang Becker, mit Charly Hübner, Christiane Paul, Leon Ullrich

Filmkritik von Walter Gasperi

"Good Bye, Lenin!"-Regisseur Wolfgang Becker erzählt in seinem letzten Spielfilm leichthändig von einem vermeintlichen Helden der ehemaligen DDR, von Wahrheit und Lüge, falschen Geschichtsbildern und Erinnerungskultur – und vom Aufblühen einer Liebe: Eine vor Witz sprühende, wunderbar ironische und von einem herausragenden Ensemble getragene, schwungvolle Komödie.

I Love You, I Leave You

CH 2025, CH-Dial./de, 94', Regie: Moris Freiburghaus, Dokumentarfilm mit Dino Brandão

Für ein Konzert reist der Schweizer Musiker Dino Brandão nach über zwanzig Jahren nach Angola, das Heimatland seines Vaters. Konfrontiert mit dessen Vergangenheit und Fragen zur eigenen Identität, wird bei Dino eine manische Episode ausgelöst. 

Jeunes Mères

BE 2025, F/d, 106', Regie: Jean-Pierre & Luc Dardenne, mit Babette Verbeek, Elsa Houben, Janaina Halloy Fokan

Filmkritik von Walter Gasperi

Jean-Pierre und Luc Dardenne folgen fünf Teenagern, die mit ihren Babys in einem Heim für minderjährige Mütter leben, durch ihren Alltag: Quasidokumentarisches, schnörkelloses sozialrealistisches Kino, das ungeschönt und nüchtern, aber empathisch Einblick in schwierige Lebensverhältnisse bietet.

La Petite Dernière

FR/DE 2025, F/d, 105', Regie: Hafsia Herzi, mit Nadia Melliti, Ji-min Park, Louis Memmi,

Filmkritik von Walter Gasperi

Die 17-jährige Fatima ist gläubige Muslima, wird sich aber auch zunehmend ihrer Homosexualität bewusst: Getragen von der in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichneten Nadia Melliti zeichnet Hafsia Herzi in ihrer Verfilmung von Fatima Daas autobiographischem Debütroman ein feinfühliges und differenziertes Porträt der Belastung und der Zerrissenheit des Teeangers zwischen queeren Sehnsüchten und muslimischen sowie familiären Traditionen.

Mit Einem Tiger Schlafen

AT 2025, D, 107', Regie: Anja Salomonowitz, mit Birgit Minichmayr, Johanna Orsini, Oskar Haag

Filmkritik von Walter Gasperi

Anja Salomonowitz zeichnet in einer Collage aus fragmentarischen Szenen ein Bild von Leben und Schaffen der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig (1919 – 2014). – Ein vielschichtiger Hybrid aus Spielfilm und Dokumentarfilm, in dem Lassnig in den unterschiedlichsten Lebensaltern von Birgit Minichmayr verkörpert wird.

Rebuilding

US 2025, OV/df, 95', Regie: Max Walker-Silverman, mit Josh O’Connor, Lily LaTorre, Meghann Fahy

Nachdem seine Ranch durch einen Waldbrand vollständig zerstört wurde, muss der zurückhaltende Dusty in einen provisorischen Wohnwagenpark ziehen. 

Stiller

CH 2025, D, 99', Regie: Stefan Haupt, mit Sven Schelker, Albrecht Schuch, Paula Beer

Filmkritik von Walter Gasperi

Stefan Haupts Verfilmung von Max Frischs 1954 erschienenem Roman überzeugt mit starker Besetzung und sorgfältiger Ausstattung, lässt aber abgesehen von einer Straffung des Romans einen eigenen Ansatz vermissen.

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The Last Viking

DK 2025, OV/df, 117', Regie: Anders Thomas Jensen, mit Mads Mikkelsen, Kardo Razzazi, Nikolaj Lie Kaas

Filmkritik von Walter Gasperi

Anders Thomas Jensen feiert in seinem heftigen Mix aus schwarzem Humor und brutaler Gewalt Außenseitertum und Individualität und erzählt auch berührend von familiärem Trauma: Skurrile Figuren, Einfallsreichtum und die abrupten Wechsel der Tonlage sorgen für eine Achterbahnfahrt zwischen Lachen und Entsetzen.

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