À Bicyclette!
Filmkritik von Walter Gasperi
Ein rund 60-jähriger Franzose bricht mit seinem langjährigen Freund zum Gedenken an seinen tragisch verstorbenen Sohn zu einer Radreise von der französischen Atlantikküste nach Istanbul auf: Ein quasidokumentarisches, großteils improvisiertes Roadmovie, das bewegend zwischen Trauer über den Verlust und Feier des Lebens pendelt.
A Sad And Beautiful World
Filmkritik von Walter Gasperi
Cyril Aris verknüpft eine sich über 30 Jahre spannende Liebesgeschichte mit der Geschichte seines Heimatlands Libanon: Ein trotz des bedrückenden Hintergrunds leichthändiges und verspieltes, zwischen Optimismus und Zukunftsängsten pendelndes Spielfilmdebüt, das von den zwei großartig harmonierenden Hauptdarsteller:innen Mounia Akl und Hasan Akil getragen wird.
Ingeborg Bachmann – Jemand, Der Einmal Ich War
Filmkritik von Walter Gasperi
Regina Schilling zeichnet in einer sorgfältigen Mischung aus inszenierten Szenen mit Sandra Hüller und Archivmaterial vielstimmig und mit großem Erzählfluss das Leben der 1973 im Alter von nur 47 Jahren verstorbenen österreichischen Schriftstellerin nach.
Soudain
Filmkritik von Walter Gasperi
Sanft und mit größtem Einfühlungsvermögen erzählt Ryūsuke Hamaguchi von der Leiterin eines Pariser Pflegeheims, die sich für eine wertschätzende Pflege der dementen Bewohner:innen einsetzt, und ihrer unheilbar an Krebs erkrankten japanischen Freundin: Eine durch ihr großartiges Ensemble und ihre zurückhaltende Inszenierung zutiefst berührende, meisterhafte Schule der Achtsamkeit und des Respekts.
Teenage Sex And Death At Camp Miasma
Filmkritik von Walter Gasperi
Eine junge queere Filmemacherin plant den Reboot einer 1980er Jahre Slasher-Serie und besucht deshalb die damalige Hauptdarstellerin, die abgeschieden am einstigen Drehort lebt: Ein ziemlich abgefahrener Meta-Film, in dem extreme Künstlichkeit und Realismus, Film-im-Film und Realität sowie blutige Slasherszenen und intime Momente ständig ineinander übergehen.
Un Poeta
Oscar Restrepo, ein Dichter, dessen Leidenschaft für die Poesie ihm nie Anerkennung eingebracht hat, lebt als gealterter und unberechenbarer Mann im Schatten des literarischen Ruhms. Nun ist er jenseits der 50, musste wieder bei seiner Mutter einziehen und verdient seine kleinen Brötchen als Lehrer an der Schule.