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22 Bahnen

DE 2025, D, 102', Regie: Mia Maariel Meyer, mit Luna Wedler, Zoë Baier, Laura Tonke

Filmkritik von Walter Gasperi

Eine Mathematikstudentin mit alkoholkranker Mutter zwischen Fürsorge für ihre kleine Halbschwester und eigenen Lebensträumen: Mia Maariel Meyers konventionelle Verfilmung von Caroline Wahls Bestseller wird von den drei Hauptdarstellerinnen Luna Wedler, Laura Tonke und Zoë Baier getragen.

Amrum

DE 2025, D, 93', Regie: Fatih Akin und Hark Bohm, mit Diane Kruger, Matthias Schweighöfer, Detlev Buck

Filmkritik von Walter Gasperi

Nach einem Drehbuch von Hark Bohm erzählt Fatih Akin vor dem Hintergrund des endenden Zweiten Weltkriegs von einem Coming-of-Age auf der Nordseeinsel Amrum: Ein atmosphärisch dichter, bildstarker und für den deutsch-türkischen Regisseur überraschend leiser und ruhiger Film.

Bugonia

US/KR 2025, OV/df, 118', Regie: Yorgos Lanthimos, mit Emma Stone, Jesse Plemons, Jennifer Venditti

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein Anhänger von Verschwörungstheorien entführt mit seinem Cousin die Chefin eines Chemiekonzerns, die er für eine Außerirdische hält, die die Erde zerstören will: Yorgos Lanthimos rechnet in seiner pechschwarzen und zunehmend blutigen Gesellschaftssatire ebenso trocken wie bissig mit menschlicher Dummheit, Ignoranz und Gewaltbereitschaft ab.

Franz K.

CZ/DE 2025, D, 127', Regie: Agnieszka Holland, mit Idan Weiss, Peter Kurth, Carol Schuler

Filmkritik von Walter Gasperi

Agnieszka Holland zeichnet nicht linear Franz Kafkas Leben nach, sondern versucht mit einem assoziativen Fluss von fragmentierten Szenen Einblick in Leben, Werk und Rezeption des berühmten Schriftstellers zu bieten: Ein mutiges, aber auch überambitioniertes Patchwork, das kaum über Infotainment hinauskommt.

I Love You, I Leave You

CH 2025, CH-Dial./df, 94', Regie: Moris Freiburghaus, Dokumentarfilm mit Dino Brandão

Für ein Konzert reist der Schweizer Musiker Dino Brandão nach über zwanzig Jahren nach Angola, das Heimatland seines Vaters. Konfrontiert mit dessen Vergangenheit und Fragen zur eigenen Identität, wird bei Dino eine manische Episode ausgelöst. 

It Was Just An Accident - Yek Tasadef Sadeh

IR/FR/LU 2025, OV/df, 103', Regie: Jafar Panahi, mit Vahid Mobasheri, Maria Afshari, Ebrahim Azizi

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein Automechaniker glaubt in einem Kunden seinen einstigen Folterer im Gefängnis zu erkennen und will sich rächen. Der Kunde behauptet aber, dass dies eine Verwechslung sei: Jafar Panahi diskutiert in seinem in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichneten 12. Spielfilm komplex und dicht die Frage, wie man mit Handlangern eines verbrecherischen Regimes umgehen soll.

On Vous Croit

BE 2025, F/d, 78', Regie: Arnaud Dufeys, Charlotte Devillers, mit Myriem Akheddiou, Laurent Capelluto, Natali Broods

Filmkritik von Walter Gasperi

So konzentrierte und intensive 78 Minuten erlebt man im Kino selten: Charlotte Devillers und Arnaud Dufeys zeichnen maximal reduziert und mit dokumentarischer Nüchternheit eine Anhörung in einem Sorgerechtsstreit um zwei Kinder nach.

Der Opulenz, die Blockbuster bieten können, setzt das belgische Regie- und Drehbuch-Duo Charlotte Devillers und Arnaud Dufeys in seinem Debüt äußerste Reduktion entgegen. Schon die erste Großaufnahme von Alice zieht unmittelbar in "On vous croit" hinein.

One Battle After Another

US 2025, OV/df, D, 161', Regie: Paul Thomas Anderson, mit Leonardo DiCaprio, Sean Penn, Benicio Del Toro

Filmkritik von Walter Gasperi

Viva la revolución: Eine Widerstandsgruppe kämpft mit radikalen Aktionen gegen die Abschiebepraxis der rassistischen US-Behörden. - Inspiriert von Thomas Pynchons Roman "Vineland" gelingt Paul Thomas Anderson ein 161 Minuten, atemloser und auf jeder Ebene brillanter Film, der sowohl am Puls der Zeit als auch höchst unterhaltsam ist.

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Sorda

ES 2025, OV/df, 99', Regie: Eva Libertad, mit Miriam Garlo, Alvaro Cervantes, Elena Irureta

Filmkritik von Walter Gasperi

Eva Libertad versetzt die Zuschauer:innen in ihrem ganz im Alltäglichen verhafteten, unaufgeregten zweiten Spielfilm intensiv in die Wahrnehmungswelt einer Gehörlosen und vermittelt berührend das Gefühl der Ausgrenzung in einer Welt der Hörenden: Ein in seinem genauen Blick und seiner zurückhaltenden Inszenierung lange nachwirkendes Filmerlebnis, das für die Situation von Gehörlosen sensibilisiert.

Stiller

CH 2025, D, 99', Regie: Stefan Haupt, mit Sven Schelker, Albrecht Schuch, Paula Beer

Filmkritik von Walter Gasperi

Stefan Haupts Verfilmung von Max Frischs 1954 erschienenem Roman überzeugt mit starker Besetzung und sorgfältiger Ausstattung, lässt aber abgesehen von einer Straffung des Romans einen eigenen Ansatz vermissen.

The Secret Agent

BR 2025, OV/df, 160', Regie: Kleber Mendonça Filho, mit Wagner Moura, Maria Fernanda Candido, Gabriel Leone

Filmkritik von Walter Gasperi

Kleber Mendonça Filho zeichnet in seinem in Cannes mehrfach preisgekrönten, packenden Politthriller ein atmosphärisch dichtes Bild des von Polizeiwillkür, Korruption, Angst und Verunsicherung geprägten Brasilien der Militärdiktatur der 1970er Jahre: Virtuos aufgebautes, inhaltlich vielschichtiges und visuell aufregendes Kino, das souverän die Spannung über 158 Minuten aufrecht hält.

Woolly - Schaf dir das Glück

NO 2024, OV/df, 83', Regie: Rebekka Nystabakk, Dokumentarfilm

Der Schafzuchtbetrieb der Familie Nystabakk im Norden von Norwegen geht an die vierte Generation über, an die Tochter Rakel und ihre Frau Ida. Diese verlassen die Stadt, geben ihre Arbeit im urbanen Kulturbetrieb auf - im Wissen darum, dass der Entschied ihr Leben auf den Kopf stellen wird. Rakel und Ida sind enthusiastisch, auch wenn ihnen klar ist, dass sie noch viel lernen müssen.

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