Alte Liebe
Seit seiner Pensionierung meckert Harry nur noch rum, trinkt Weizenbier und pflegt seinen Rittersporn, findet Lore. Sie klammert sich an ihren Job als Bibliothekarin, organisiert peinliche Lesungen und verehrt ihre Dichter wie Propheten, findet Harry. Für ein altes Ehepaar reden die beiden erstaunlich viel – und meinen doch meistens etwas anderes.
Dua
Filmkritik von Walter Gasperi
Coming-of-Age einer 13-Jährigen vor dem Hintergrund der eskalierenden ethnischen Spannungen im Kosovo der späten 1990er Jahre: Blerta Basholli macht in ihrem konzentriert erzählten und stark gespielten zweiten Spielfilm intensiv und bewegend die Auswirkungen eines Klimas der Gewalt auf den Alltag der Protagonistin und ihre Familie erfahrbar.
Moscas
Filmkritik von Walter Gasperi
In Fernando Eimbckes viertem Spielfilm entwickelt sich eine Freundschaft zwischen einer mürrischen Mittfünfzigerin und einem aufgeweckten Neunjährigen: Eine lakonische, von feinem Witz durchzogene Tragikomödie, die in stimmungsvollen Schwarzweißbildern von Kindheit, Trauer und langsamer Annäherung erzählt.
NAZA
Filmkritik von Walter Gasperi
Yuval Abraham und Rachel Szor decken in ihrem beim Filmfestival von Venedig mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichneten Dokumentarfilm in Interviews mit Whistleblowern der israelischen Armee und des Geheimdienstes die israelische Kriegsführung in Gaza auf: Ein einseitiger, aber erschütternder Einblick in eine systematische Maschinerie des kalten und technisierten Mordens und Vernichtens.
Sie Glauben An Engel, Herr Dworak?
Die optimistische Studentin Lena übernimmt einen Schreibkurs – ihr einziger Teilnehmer ist Hugo Drowak, ein verbitterter, trinkender Misanthrop. Einst schrieb er voller Leidenschaft Liebesgedichte, bis eine Enttäuschung ihn in Alkohol und Isolation trieb.
Tristan Forever
Die Zeit steht still auf Tristan da Cunha, nur selten verirrt sich ein Neuankömmling hierher. Einzig auf dem Seeweg ist die Insel erreichbar, nach mehr als einer Woche Fahrt. Es ist die entlegenste bewohnte Insel mitten im Südatlantik. Eine eigene Welt, fernab von allem.
Vaterland
Filmkritik von Walter Gasperi
Pawel Pawlikowski schickt Hanns Zischler und Sandra Hüller als Thomas Mann und Tochter Erika auf eine Reise durch das in Trümmern liegende, geteilte Deutschland des Jahres 1949: Ein visuell brillanter, meisterhaft verdichteter und großartig gespielter Film über die Sehnsucht nach Heimat und Identität.