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À Bicyclette!

FR 2025, F/d, 88', Regie: Mathias Mlekuz, mit Mathias Mlekuz, Philippe Rebbot, Josef Mlekuz

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein rund 60-jähriger Franzose bricht mit seinem langjährigen Freund zum Gedenken an seinen tragisch verstorbenen Sohn zu einer Radreise von der französischen Atlantikküste nach Istanbul auf: Ein quasidokumentarisches, großteils improvisiertes Roadmovie, das bewegend zwischen Trauer über den Verlust und Feier des Lebens pendelt.

A Sad And Beautiful World

LB 2025, OV/df, 110', Regie: Cyril Aris, mit Mounia Akl, Hasan Akil, Julia Kassar

Filmkritik von Walter Gasperi

Cyril Aris verknüpft eine sich über 30 Jahre spannende Liebesgeschichte mit der Geschichte seines Heimatlands Libanon: Ein trotz des bedrückenden Hintergrunds leichthändiges und verspieltes, zwischen Optimismus und Zukunftsängsten pendelndes Spielfilmdebüt, das von den zwei großartig harmonierenden Hauptdarsteller:innen Mounia Akl und Hasan Akil getragen wird.

Becaària

CH 2026, OV/df, 108, Regie: Erik Bernasconi, mit Francesco Tozzi, Sinéad Thornhill, Giacomo Sonzogni

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein unsicherer 16-Jähriger findet im Sommer 1977 durch harte bäuerliche Arbeit in den Tessiner Bergen und mehrere Begegnungen nicht nur Orientierung, sondern entdeckt auch die Liebe: Erik Bernasconi erzählt eine klassische Coming-of-Age-Geschichte, die durch natürliche Schauspieler:innen, sorgfältige Einbettung ins geographische und historische Ambiente und feinfühlige Inszenierung begeistert.

Ingeborg Bachmann – Jemand, Der Einmal Ich War

DE/AU 2026, D, 97', Regie: Regina Schilling, mit Sandra Hüller, Ingeborg Bachmann, Max Frisch

Filmkritik von Walter Gasperi

Regina Schilling zeichnet in einer sorgfältigen Mischung aus inszenierten Szenen mit Sandra Hüller und Archivmaterial vielstimmig und mit großem Erzählfluss das Leben der 1973 im Alter von nur 47 Jahren verstorbenen österreichischen Schriftstellerin nach.

Late Fame

US 2026, OV/df, 96', Kent Jones, mit Willem Dafoe, Greta Lee, Edmund Donovan

Ed Saxberger, ein New Yorker in seinen Sechzigern, arbeitet seit Jahrzehnten in einem monotonen Job bei der Post. Abends trifft er sich mit den immergleichen Kumpels zu einer Runde Pool in der Stammkneipe. 

Laundry

CH/ZA 2025, OV/df, 106, Regie: Zamo Mkhwanazi, mit Tracy September, Ntobeko Sishi, Zekhethelo Zondi

Südafrika, 1968. Die Apartheid ist geltendes Recht. Khuthala, ein begabter junger Musiker, will mit der Wäscherei seiner Familie nichts zu tun haben. Er träumt vom Jazz, von einem Leben, das von Musik geprägt ist, nicht von Seife und Dampf. 

Salvation

TR 2026, OV/df 120', Regie: Emin Alper, mit Caner Cindoruk, Berkay Ateş, Feyyaz Duman

Zwischen zwei Dörfern in Ostanatolien flammt eine alte Fehde um Land und Macht neu auf, als ein früher verbannter Clan zurückkehrt. Mitten in diesem Konflikt wird Mesut, der Bruder eines Dorfobersten, von unheimlichen Visionen heimgesucht. Er deutet sie als göttliche Zeichen und beginnt, die Dorfgemeinschaft gegen die Rückkehrer aufzuhetzen. 

Sie Glauben An Engel, Herr Dworak?

CH/DE 2025, D, 126', Regie: Nicolas Steiner, mit Luna Wedler, Karl Markovics, Lars Eidinger

Die optimistische Studentin Lena übernimmt einen Schreibkurs – ihr einziger Teilnehmer ist Hugo Drowak, ein verbitterter, trinkender Misanthrop. Einst schrieb er voller Leidenschaft Liebesgedichte, bis eine Enttäuschung ihn in Alkohol und Isolation trieb. 

Soudain

FR/JP/DE/BE 2026, 196', Regie: Ryūsuke Hamaguchi, mit Virginie Efira, Tao Okamoto, Gabriel Dahmani

Filmkritik von Walter Gasperi

Sanft und mit größtem Einfühlungsvermögen erzählt Ryūsuke Hamaguchi von der Leiterin eines Pariser Pflegeheims, die sich für eine wertschätzende Pflege der dementen Bewohner:innen einsetzt, und ihrer unheilbar an Krebs erkrankten japanischen Freundin: Eine durch ihr großartiges Ensemble und ihre zurückhaltende Inszenierung zutiefst berührende, meisterhafte Schule der Achtsamkeit und des Respekts.

Teenage Sex And Death At Camp Miasma

US/GB/CA 2026, OV/df, 113', Regie: Jane Schoenbrun, mit Hannah Einbinder, Gillian Anderson, Amanda Fix

Filmkritik von Walter Gasperi

Eine junge queere Filmemacherin plant den Reboot einer 1980er Jahre Slasher-Serie und besucht deshalb die damalige Hauptdarstellerin, die abgeschieden am einstigen Drehort lebt: Ein ziemlich abgefahrener Meta-Film, in dem extreme Künstlichkeit und Realismus, Film-im-Film und Realität sowie blutige Slasherszenen und intime Momente ständig ineinander übergehen.