Alte Liebe
Seit seiner Pensionierung meckert Harry nur noch rum, trinkt Weizenbier und pflegt seinen Rittersporn, findet Lore. Sie klammert sich an ihren Job als Bibliothekarin, organisiert peinliche Lesungen und verehrt ihre Dichter wie Propheten, findet Harry. Für ein altes Ehepaar reden die beiden erstaunlich viel – und meinen doch meistens etwas anderes.
Cinque Secondi
Filmkritik von Walter Gasperi
Ein wortkarger Eigenbrötler wird in seinem verfallenden Rückzugsort in der Toskana von einer Gruppe junger Erwachsener gestört, die den vernachlässigten Weinberg wieder kultivieren wollen: Mit starken Schauspieler:innen, aber wenig fokussierter Dramaturgie erzählt Paolo Virzi gefühlvoll von Schuldgefühlen, Einsamkeit und einem Neubeginn.
Dua
Prishtina, Kosovo, Ende der 1990er Jahre. Während der Krieg näher rückt und die ethnischen Spannungen eskalieren, ringt die dreizehnjährige Dua darum, ihren Platz unter Gleichaltrigen – und in ihrem sich wandelnden Körper – zu finden.
Moscas
Olga führt ein streng geregeltes Leben ohne Freundschaften und Beziehungen. Sie wohnt in einem riesigen Wohnblock.
NAZA
Aufgenommen bei Nacht auf den Dächern von Tel Aviv, enthüllt der Film detailliert die Systeme hinter Israels gezielter Massentötung palästinensischer Zivilist:innen im Gazastreifen.
Sie Glauben An Engel, Herr Dworak?
Die optimistische Studentin Lena übernimmt einen Schreibkurs – ihr einziger Teilnehmer ist Hugo Drowak, ein verbitterter, trinkender Misanthrop. Einst schrieb er voller Leidenschaft Liebesgedichte, bis eine Enttäuschung ihn in Alkohol und Isolation trieb.
Tristan Forever
Die Zeit steht still auf Tristan da Cunha, nur selten verirrt sich ein Neuankömmling hierher. Einzig auf dem Seeweg ist die Insel erreichbar, nach mehr als einer Woche Fahrt. Es ist die entlegenste bewohnte Insel mitten im Südatlantik. Eine eigene Welt, fernab von allem.
Vaterland
Filmkritik von Walter Gasperi
Pawel Pawlikowski schickt Hanns Zischler und Sandra Hüller als Thomas Mann und Tochter Erika auf eine Reise durch das in Trümmern liegende, geteilte Deutschland des Jahres 1949: Ein visuell brillanter, meisterhaft verdichteter und großartig gespielter Film über die Sehnsucht nach Heimat und Identität.