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Father Mother Sister Brother

US/IE/FR 2025, OV/df, 110', Regie: Jim Jarmusch, mit Cate Blanchett, Adam Driver, Mayim Bialik

Filmkritik von Walter Gasperi

In seinem in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneten 14. Spielfilm erzählt die 73-jährige US-Indie-Ikone Jim Jarmusch drei voneinander unabhängige Geschichten über Familienbesuche: Ein von einem großartigen Ensemble und meisterhaften Dialogen getragenes und von sanftem Witz und Melancholie durchzogenes, lakonisches Triptychon über Entfremdung und die Unfähigkeit zu echter Kommunikation.

Hiver À Sokcho

FR 2024, OV/df, 105', Regie: Koya Kamura, mit Roschdy Zem, Bella Kim

Filmkritik von Walter Gasperi

Eine junge Koreanerin, die ihren französischen Vater nie kennengelernt hat, beginnt aufgrund der Begegnung mit einem französischen Touristen sich mit ihrer Identität auseinanderzusetzen: Ein leises und unaufdringliches, aber visuell bestechendes und berührendes Spielfilmdebüt von Koya Kamura.

L'Étranger

FR 2025, F/d, 123', Regie: François Ozon, mit Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin

Filmkritik von Walter Gasperi

François Ozons Adaption von Albert Camus´ existentialistischem Roman ist von Zurückhaltung und Respekt gekennzeichnet, setzt aber mit der stärkeren Thematisierung von Kolonialismus und Rassismus auch eigene Akzente: Eine kühle Literaturverfilmung, die durch die bestechenden Schwarzweißbilder und den genau kontrollierten Erzählrhythmus große Intensität entwickelt.

No Other Choice

KR 2025, OV/df, 139', Regie: Park Chan-wook, mit Lee Byung-hun, Son Ye-jin, Park Hee-soon

Filmkritik von Walter Gasperi

Stilistisch brillant, sehr unterhaltsam, aber auch ausfransend: Park Chan-wook lässt in seiner schwarzhumorigen Gesellschaftssatire einen Papierfacharbeiter im Kampf um einen Arbeitsplatz nicht gegen die Bosse rebellieren, sondern seine Konkurrenten eliminieren.

Prinzessin Mononoke (Re-Release 4k und IMAX)

JP 1997, OV/df, 134', Regie: Regie: Hayao Miyazaki, Animationsfilm mit Yoji Matsuda, Yuriko Ishida, Yuko Tanaka

Vor langer, langer Zeit töteten die Menschen den grossen Gott des Waldes. Er besass menschliche Gesichtszüge und den Körper eines wilden Tieres. Hörner wuchsen auf seinem Kopf, so dick wie Baumstämme.

Promis Le Ciel

TN 2025, OV/df, 92', Regie: Erige Sahiri, mit Aïssa Maïga, Debora Lobe Naney, Laetitia Ky

Drei Frauen von der Elfenbeinküste teilen sich in Tunis eine Wohnung und unterstützen sich im Alltag. Als sie ein kleines Mädchen bei sich aufnehmen, das einen Schiffbruch im Mittelmeer überlebt hat, gerät ihr fragiles Gleichgewicht ins Wanken.

Nach Under the Fig Trees richtet Erige Sehiri in ihrem neuen Spielfilm das Licht auf die Lebenswege dreier Frauen, die zwischen zwei Welten stehen und eine bemerkenswerte Stärke zeigen.

Qui Vit Encore

CH 2025, OV/df, 114', Regie: Nicolas Wadimoff, mit Adel Al Taweel, Haneen Harara, Eman Shannan

«Prix de Soleure» der 61. Solothurner Filmtage 2026

Tief bewegend und von stiller Wucht – ein eindringlicher Film über Verlust inmitten der humanitären Katastrophe – und darüber, Identität in düsteren Zeiten zu bewahren.

Sentimental Value

NO 2024, OV/df, 133', Regie: Regie: Joachim Trier, mit Renate Reinsve, Inga Ibsdotter Lilleaas, Stellan Skarsgård

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein egozentrischer Regisseur, dem die Karriere immer wichtiger war als die Familie, und seine zwei gegensätzlichen Töchter: Joachim Trier erzählt in seinem in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichneten sechsten Spielfilm feinfühlig und vielschichtig ein klassisches Familiendrama um Kunst und Leben, um Entfremdung und Sehnsucht nach Versöhnung.

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Silent Friend

DE, HU, FR, CN, 2025, D/E/df, 148', Regie: Ildikó Enyedii, mit Tony Leung Chiu-Wai, Luna Wedler, Léa Seydoux

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein mächtiger, fast 200 Jahre alter Ginkgobaum dient der Ungarin Ildikó Enyedi als Bindeglied für drei Anfang des 20. Jahrhunderts, in den frühen 1970er Jahren und 2020 spielende Geschichten um wissenschaftliche Neugier, Offenheit und Achtsamkeit: Ein wunderbar leichthändiges, von feinem Humor durchzogenes, poetisches Meisterwerk.

Silent Rebellion - À Bras-Le-Corps

CH/BE/FR 2025, F/d, 96', Regie: Marie-Elsa Sgualdo, mit Lila Gueneau, Grégoire Colin, Thomas Doret

Filmkritik von Walter Gasperi

Eine junge Frau kämpft in der ländlichen Schweiz der 1940er Jahre um Selbstbestimmung: Marie-Elsa Sgualdo gelang mit ihrem Langfilmdebüt ein für sieben Schweizer Filmpreise nominiertes, konzentriertes Emanzipationsdrama, das von der großartigen Hauptdarstellerin Lila Gueneau getragen wird.

The President's Cake

IQ/US/QA 2025, OV/df, 106', Regie: Hasan Hadi, mit Baneen Ahmad Nayyef, Waheed Thabet Khreibat, Sajad Mohamad Qasem

Irak in den 1990er Jahren: Jedes Jahr wird in den Schulen ausgelost, wer einen Geburtstagskuchen zu Ehren des Präsidenten Saddam Hussein backen soll. Diesmal fällt die Aufgabe der neunjährigen Lamia zu. Sie lebt mit ihrer Grossmutter in den mesopotamischen Sümpfen und Geld haben sie kaum. 

The Secret Agent

BR 2025, OV/df, 160', Regie: Kleber Mendonça Filho, mit Wagner Moura, Maria Fernanda Candido, Gabriel Leone

Filmkritik von Walter Gasperi

Kleber Mendonça Filho zeichnet in seinem in Cannes mehrfach preisgekrönten, packenden Politthriller ein atmosphärisch dichtes Bild des von Polizeiwillkür, Korruption, Angst und Verunsicherung geprägten Brasilien der Militärdiktatur der 1970er Jahre: Virtuos aufgebautes, inhaltlich vielschichtiges und visuell aufregendes Kino, das souverän die Spannung über 158 Minuten aufrecht hält.

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