À Bicyclette!
Filmkritik von Walter Gasperi
Ein rund 60-jähriger Franzose bricht mit seinem langjährigen Freund zum Gedenken an seinen tragisch verstorbenen Sohn zu einer Radreise von der französischen Atlantikküste nach Istanbul auf: Ein quasidokumentarisches, großteils improvisiertes Roadmovie, das bewegend zwischen Trauer über den Verlust und Feier des Lebens pendelt.
Cinque Secondi
Adriano ist ein mürrischer Einzelgänger und lebt zurückgezogen in den Stallungen der Villa Guelfi, einem verlassenen Anwesen in der Toskana. Er verbringt seine Tage damit, Stumpen zu rauchen und möglichst den Kontakt zu allen zu meiden.
Digger
Der mächtigste Mann der Welt begibt sich auf eine verzweifelte Mission, um zu beweisen, dass er der Retter der Menschheit ist, bevor die von ihm ausgelöste Katastrophe alles zerstört.
Ingeborg Bachmann – Jemand, Der Einmal Ich War
Filmkritik von Walter Gasperi
Regina Schilling zeichnet in einer sorgfältigen Mischung aus inszenierten Szenen mit Sandra Hüller und Archivmaterial vielstimmig und mit großem Erzählfluss das Leben der 1973 im Alter von nur 47 Jahren verstorbenen österreichischen Schriftstellerin nach.
Sie Glauben An Engel, Herr Dworak?
Die optimistische Studentin Lena übernimmt einen Schreibkurs – ihr einziger Teilnehmer ist Hugo Drowak, ein verbitterter, trinkender Misanthrop. Einst schrieb er voller Leidenschaft Liebesgedichte, bis eine Enttäuschung ihn in Alkohol und Isolation trieb.
Soudain
Filmkritik von Walter Gasperi
Sanft und mit größtem Einfühlungsvermögen erzählt Ryūsuke Hamaguchi von der Leiterin eines Pariser Pflegeheims, die sich für eine wertschätzende Pflege der dementen Bewohner:innen einsetzt, und ihrer unheilbar an Krebs erkrankten japanischen Freundin: Eine durch ihr großartiges Ensemble und ihre zurückhaltende Inszenierung zutiefst berührende, meisterhafte Schule der Achtsamkeit und des Respekts.
Tristan Forever
Die Zeit steht still auf Tristan da Cunha, nur selten verirrt sich ein Neuankömmling hierher. Einzig auf dem Seeweg ist die Insel erreichbar, nach mehr als einer Woche Fahrt. Es ist die entlegenste bewohnte Insel mitten im Südatlantik. Eine eigene Welt, fernab von allem.
Un Poeta
Oscar Restrepo, ein Dichter, dessen Leidenschaft für die Poesie ihm nie Anerkennung eingebracht hat, lebt als gealterter und unberechenbarer Mann im Schatten des literarischen Ruhms. Nun ist er jenseits der 50, musste wieder bei seiner Mutter einziehen und verdient seine kleinen Brötchen als Lehrer an der Schule.