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Alte Liebe

DE 2026, D, 111', Regie: Andreas Dresen, mit Dagmar Manzel, Joachim Król

Filmkritik von Walter Gasperi

Andreas Dresen und seine Ko-Drehbuchautorin Laila Stieler blicken in ihrer Verfilmung von Elke Heidenreichs und Bernd Schroeders Bestseller genau, aber mit viel Wärme auf ein seit 40 Jahren verheiratetes Paar, das sich ständig streitet – und im Innersten doch liebt: Ein wunderbar reduzierter Film, der eine große Plattform für die beiden wunderbar harmonierenden Hauptdarsteller:innen Dagmar Manzel und Joachim Król bietet.

Das Geträumte Abenteuer

BG 2026, OV/df, 167', Regie: Valeska Griesebach, mit Yana Radeva, Syuleyman Letifov, Stoicho Kostadinov

Filmkritik von Walter Gasperi

Eine Archäologin kehrt zu Ausgrabungen in ihre Heimatstadt in der bulgarisch-griechisch-türkischen Grenzregion zurück und taucht dabei in die mafiösen und machistischen Strukturen ein: Valeska Grisebach verbindet ein Spiel mit Genrekonventionen mit einer unaufgeregten Erkundung einer Region am Rande Europas zu einem ebenso langsamen wie soghaften 167-minütigen Kinoabenteuer.

Dua

XK/CH/FR 2026, OV/df, 101', Regie: Blerta Basholli, mit Pinea Matoshi, Vlera Bilalli, Kaona Matoshi

Filmkritik von Walter Gasperi

Coming-of-Age einer 13-Jährigen vor dem Hintergrund der eskalierenden ethnischen Spannungen im Kosovo der späten 1990er Jahre: Blerta Basholli macht in ihrem konzentriert erzählten und stark gespielten zweiten Spielfilm intensiv und bewegend die Auswirkungen eines Klimas der Gewalt auf den Alltag der Protagonistin und ihre Familie erfahrbar.

Frank & Louis

CH/UK 2026, OV/df, 96', Regie: Petra Volpe, mit Kingsley Ben-Adir, Rob Morgan, René Pérez Joglar

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein zu lebenslanger Haft Verurteilter übernimmt im Gefängnis die Betreuung eines an Alzheimer erkrankten Mithäftlings: Petra Volpe gelingt in ihrem englischsprachigen Debüt mit zwei großartigen Hauptdarstellern und konzentrierter Inszenierung ein bewegendes, nie kitschiges Drama um Fürsorge, Empathie und Menschlichkeit in der rauen Gefängniswelt.

Moscas

MX 2026, OV/df, 99', Regie: Fernando Eimbcke, mit Teresita Sànchez, Bastian Escobar, Hugo Ramírez

Filmkritik von Walter Gasperi

In Fernando Eimbckes viertem Spielfilm entwickelt sich eine Freundschaft zwischen einer mürrischen Mittfünfzigerin und einem aufgeweckten Neunjährigen: Eine lakonische, von feinem Witz durchzogene Tragikomödie, die in stimmungsvollen Schwarzweißbildern von Kindheit, Trauer und langsamer Annäherung erzählt.

NAZA

GB/US 2026, OV/df, 80, Regie: Yuval Abraham, Rachel Szor, Dokumentarfilm

Filmkritik von Walter Gasperi

Yuval Abraham und Rachel Szor decken in ihrem beim Filmfestival von Venedig mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichneten Dokumentarfilm in Interviews mit Whistleblowern der israelischen Armee und des Geheimdienstes die israelische Kriegsführung in Gaza auf: Ein einseitiger, aber erschütternder Einblick in eine systematische Maschinerie des kalten und technisierten Mordens und Vernichtens.

Queen At Sea

GB 2026, OV/df, 121', Regie: Lance Hammer, mit Juliette Binoche, Anna Calder-Marshall, Tom Courtenay

Filmkritik von Walter Gasperi

2008 beeindruckte Lance Hammer im Wettbewerb der Berlinale mit seinem Debüt "Ballast". 18 Jahre lang hörte man danach nichts mehr vom Amerikaner, doch jetzt legt er mit "Queen at Sea" einen starken Zweitling vor.

Vaterland

PL/DE/IT/FR/GB 2025, D, 82', Regie: Pawel Pawlikowski, mit Sandra Hüller, Hanns Zischler, August Diehl

Filmkritik von Walter Gasperi

Pawel Pawlikowski schickt Hanns Zischler und Sandra Hüller als Thomas Mann und Tochter Erika auf eine Reise durch das in Trümmern liegende, geteilte Deutschland des Jahres 1949: Ein visuell brillanter, meisterhaft verdichteter und großartig gespielter Film über die Sehnsucht nach Heimat und Identität.