Man On Wire
Rezension von Walter Gasperi
Auf einem Drahtseil in 417 Meter Höhe zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers zu balancieren, wurde für den Franzosen Philippe Petit in dem Moment zum Lebenstraum, in dem er 1968 im Wartezimmer seines Zahnarzts in einer Zeitschrift ein Foto von den in der Planungsphase befindlichen Zwillingstürmen sah.
Mandela - Long Walk to Freedom
Kaum ein anderer Mensch hat die Weltpolitik unserer Zeit so beeinflusst wie Nelson Mandela. Nun wird seine aussergewöhnliche Lebensgeschichte zum ersten Mal auf die grosse Leinwand gebracht und spannt einen dramatischen Bogen von seiner Kindheit, der ersten grossen Liebe und seinem beginnenden Kampf gegen die Apartheid bis zu seiner Amtseinführung als erster Präsident des demokratischen Südafrikas.
Mandibules
Filmkritik von Michael Kuratli
Ah, der Film mit der Fliege. Vom Typen, der den Film mit dem Pneu gemacht hat. Quentin Dupieux’ Filme brennen sich mit ihren absurden Ausgangslagen ins Gehirn.
Manufactured Landscapes
Pressetext
Eine Fabrik, die 20 Millionen Bügeleisen jährlich herstellt. Ein Damm so unermesslich gross, dass 13 Städte niedergerissen und über 1 Million Menschen umgesiedelt werden müssen. Eine Stadt, in der sich Wolkenkratzer erstrecken, wohin das Auge reicht. Dies sind Motive vor der Kamera des weltbekannten Fotografen Edward Burtynsky. "Manufactured Landscapes" begibt sich mit ihm auf die Reise durch China, verfolgt die massive industrielle Revolution dieses Landes und besucht Orte, die bei uns im Westen noch nie zuvor zu sehen waren.
Manuscripts don't burn
Morteza und Khosrow, zwei Auftragskiller im Dienste der iranischen Regierung, erhalten die Anweisung, drei regimekritische Schriftsteller zu liquidieren. Für die beiden Männer scheint der Auftrag ganz gewöhnlich zu sein – sie erledigen einfach ihren Job.
Maps to the Stars
Stellen Sie sich vor: Mia Wasikowska kommt nach Los Angeles, steigt zu Robert Pattinson in die Limousine, lässt sich von ihm auf Sightseeing Tour durch Beverly Hills chauffieren: Klingt cool. Ist cool. Weil Wasikowska («Tracks») die lässigste Schauspielerin ihrer Generation ist. Und Pattinson («Bel Ami») der ziemlich sexiest young man alive. Darum geht es in MAPS TO THE STARS: Um die Stars von Hollywood. Um ihre Egozentrik und Gier nach Ruhm. Moore, grossartig wie immer, wurde in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet.
Maradona
Pressetext
Maradona hat die Fussballwelt verzaubert. Klein, lockig, wie von Gott modelliert, tanzte er sich durch die gegnerischen Verteidigungsreihen, holte 1986 im Alleingang – mit der «Hand Gottes» – für Argentinien den Weltmeisterpokal und für Neapel den nationalen Titel. Zweimal ermöglichte der charismatische Wirbelwind den Triumph des Südens über den Norden, der Armen über die Reichen. Für einen kurzen Moment sorgte ein Fussballer auf seine Art für Gerechtigkeit.
Mare
Filmkritik von Michael Kuratli
Mare lebt in einer kleinen Welt. Sie kocht und wäscht für ihre Kinder und ihren Mann Đuro, dem sie sich einigermassen lustlos zum Sex hingibt.
Marguerite
Frei inspiriert von Florence Foster Jenkins Biografie, erzählt MARGUERITE die Geschichte einer Opern-Diva, die eigentlich nicht singen kann.
Maria
Filmkritik von Walter Gasperi
Die legendäre Opernsängerin Maria Callas (1923 – 1977) erinnert sich in ihren letzten Tagen an zentrale Momente in ihrem Leben: Der Chilene Pablo Larrain inszeniert kein klassisches Biopic, sondern einen opernhaften, zwischen Traum und Wirklichkeit oszillierenden Film über das Spannungsfeld von Ruhm und privatem Leben und schwindender künstlerischer Kraft.
Marty Supreme
Filmkritik von Walter Gasperi
Im New York der frühen 1950er Jahre träumt ein junger Schuhverkäufer vom Weltmeistertitel im Tischtennis: Josh Safdies für neun Oscars nominierte Tragikomödie ist keine Erfolgsgeschichte, sondern ein von einem überragenden Timothée Chalamet getragenes, atemloses Porträt eines ebenso überheblichen wie redegewandten Antihelden.
Märzmelodie
Pressetext
Anna ist Lehrerin und am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Denn die Kids in der Schule machen mit ihr, was sie wollen. Thilo ist Schauspieler - wenigstens laut seiner Visitenkarte. Um Geld zu verdienen, verkauft er in einem Callcenter Wein, oder besser gesagt: Er versucht es. Eines Tages spielen gemeinsame Freunde Schicksal und bringen Anna und Thilo zusammen. Bei ihrem ersten Date bekommt sie eine Krise. Und er verliebt sich Hals über Kopf...
Max Frisch - Citoyen
Pressetext
Vom "Verstummen der Intellektuellen" ist heutzutage immer häufiger die Rede. Viele haben es bereits vergessen und Junge können es sich meist gar nicht vorstellen, wie das eigentlich ist: wenn ein Autor ‚teilnimmt’ an seiner Zeit und für seine Mitmenschen zu einer wichtigen und prägenden Stimme wird. Max Frisch war der letzte grosse Schweizer Intellektuelle, der eine solche Rolle bewusst wahrnahm und von seiner Umwelt, im In- und Ausland, auch so wahrgenommen wurde.
May December
"May December" erzählt die Geschichte einer Hollywood-Schauspielerin, die an die malerische Küste von Maine reist, um die reale Frau zu studieren, die sie in einem Film spielen soll. Diese Frau war zwei Jahrzehnte zuvor Gegenstand eines Skandals in der Boulevardpresse, weil sie einen 23 Jahre jüngeren Mann heiratete.
Mediterranean Fever
Eine unwahrscheinliche Männerfreundschaft am Mittelmeer: Waleed (40) träumt von einer Schriftstellerkarriere. Er lebt mit Frau und Kindern in Haifa und leidet unter Depressionen.
Megalopolis
Francis Ford Coppola's Megalopolis ist eine epische römische Fabel, die in einem modernen Amerika spielt. Die Stadt New Rome muss sich verändern, was zu Konflikten zwischen dem genialen Künstler Cesar Catilina, und seinem Widersacher, dem Bürgermeister Franklyn Cicero führt.
Mein Bruder, der Dirigent
Pressetext
Mario Venzago will am Lucerne Festivals 1999 Othmar Schoecks monumentale Oper Penthesilea aufführen. Um das Projekt zu realisieren, setzt der Dirigent buchstäblich seine Existenz aufs Spiel: Er verpfändet sein Haus und riskiert durch chronische Schlaflosigkeit seine Gesundheit. Während der zweiwöchigen Probephase vor dem Konzert begleitet der bekannte Fotojournalist und Filmer Alberto Venzago, seinen Bruder, den Dirigenten.
Meine schöne Bescherung
Pressetext
Sara (Martina Gedeck) hat drei Kinder von drei verschiedenen Männern. Nun ist sie glücklich mit Jan (Heino Ferch) verheiratet. Der freut sich auf einen gemütlichen Weihnachtsabend. Doch Sara hat heimlich all ihre verflossenen Männer und deren neue Familien zum Fest eingeladen. Jan versucht, das drohende Unheil abzuwenden - vergeblich, denn schon stehen die ersten Gäste vor der Türe.
Melaza
In seinem nachdenklich-amüsanten Liebesfilm MELAZA betrachtet der junge Regisseur Carlos Lechuga seine kubanische Heimat fern von der Hauptstadt Havanna.
Menus Plaisirs - Les Troisgros
Filmkritik von Walter Gasperi
Frederick Wiseman porträtiert in seinem Dokumentarfilm in klassischem Direct Cinema-Stil das französische Landrestaurant Les Troisgros, das seit 53 Jahren ununterbrochen mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wird: Ein vier Stunden langes, exquisites und Appetit anregendes Filmerlebnis.
Mes Amis Espanoles
Als spanische Eltern in den 80er Jahren von Biel in ihre Heimat Galizien zurückkehren, ziehen ihre Kinder mit ihnen in ein für sie fremdes Land. 30 Jahre später macht sich ein Freund dieser Kinder auf die Suche nach ihnen.
Mi Obra Maestra - My Masterpiece
Arturo Silva betreibt eine kleine Kunstgalerie in Buenos Aires. Seit vielen Jahren vertritt er den Maler Renzo Nervi, einen zänkischen alten Misanthropen und Erotomanen, dessen Stern schon lange am Sinken ist. Nun ist Renzo pleite.
Michael
Rezension von Walter Gasperi
So schlicht der Titel von Markus Schleinzers Debüt ist, so alltäglich ist auf den ersten Blick, das was er zeigt. Auf Schritt und Tritt folgt die Kamera einem 35-jährigen Mann, zeigt ihn im Haushalt, in Beruf und beim Winterurlaub. Ein zurückhaltender Zeitgenosse ist dieser Michael, doch hinter den verschlossenen Jalousien seines Einfamilienhauses verbirgt er seine dunkle Seite.
Midnight Traveler
Unterwegs von Afghanistan nach Europa, auf der Flucht vor dem Tod, dokumentierte die Familie des Filmemachers Hassan Fazili drei Jahre mit ihren Handys. Entstanden ist ein Film, der uns aus der Perspektive von Flüchtlingen eine Flucht zusammenfasst.
Miele
Irene wohnt nicht weit von Rom in einem Häuschen am Meer. Ihr Liebhaber und auch ihr Vater glauben, dass sie studiert. Tatsächlich aber hilft sie - unter dem Decknamen «Miele» - unheilbar kranken Menschen dabei, zu sterben. Eines Tages trifft Irene auf einen älteren Mann, der kerngesund ist, doch nicht mehr leben möchte. Sie beginnt, ihr Engagement zu hinterfragen...