Begrüssung

Newsletter069

Zum 44. Mal vermittelten heuer die Solothurner Filmtage in der vorletzten Januar-Woche einen Überblick über das Schweizer Filmschaffen des vergangenen Jahres. Wirklich Neues gab es abgesehen vom Pseudo-Skandal, für den Carla Lia Montis trashiger „Räuberinnen“ sorgte, nur wenig zu entdecken, der Grossteil war schon auf anderen Festivals wie in Locarno zu sehen oder lief oder läuft schon regulär im Kino. Bei den Spielfilmen standen vielfach marktgängige Werke aus der Deutschschweiz künstlerisch stärkeren Produktionen aus der Welschschweiz wie Ursula Meiers „Home“ oder Vincent Pluss „Du bruit dans la tête“ gegenüber, während bei den Dokumentarfilmen der Blick in die Ferne und auf Schweizer und ihren humanitären Einsatz auf anderen Kontinenten wie Peter Meienberg („The Prison and the Priest“) oder André Rochat („Citadelle humanitaire") auffiel. Mit Spannung wartete man auf die Bekanntgabe der Nominationen für den Schweizer Filmpreis, der am 7. März in Luzern verliehen wird, und auf die Vergabe der neu geschaffenen, mit 60000 Franken dotierten Prix de Soleure und den Prix du public, mit dem Fanny Bräunings „No More Smoke Signals“ bzw. Léa Pools „ Maman est chez le coiffeur“ ausgezeichnet wurden.
(Walter Gasperi)

Newsletter068

Heute bis und mit Sonntag finden die 44. Solothurner Filmtage statt. Die Verleihung des Schweizer Filmpreises "Quartz" wird ab diesem Jahr von der SRG SSR idée Suisse in Form einer Gala am Samstag, den 7.März 2009 im KKL Luzern durchgeführt. Die Nominationen des Schweizer Filmpreises werden vom Bundesamt für Kultur im Rahmen der Solothurner Filmtage diesen Freitag bekannt gegeben. Dafür erhalten die Solothurner Filmtage dieses Jahr einen neuen Wettbewerb, den "Prix de Soleure". Der mit 60'000 Franken dotierte Hauptpreis ist für einen herausragenden und abendfüllenden Spiel- oder Dokumentarfilm bestimmt, der durch einen ausgeprägten Humanismus überzeugt und diesen in eindrucksvoller Form filmisch darstellt.

Einige der an den Solothurner Filmtagen gezeigten Kurzfilme können wir euch schon in voller Länge präsentieren:
"Second Me" von Anna Thommen, "1 Km Zürich Hardbrücke" und "Takt Film" von Luc Gut, "Jungle Seasoning" von Dustin Rees, die Muikclips der Gruppe MyKungFu "Everything Is Good" von Marco Lutz und von Big Zis ganz neu "Biberreis" von Ingo Giezendanner.

Über folgende Kurzfilme könnt ihr euch hier informieren: "In Limbo" von Michelle Ettlin, "bachab" von Ulrich Schaffner, "Lullaby - Wiegenlied" von Andrej Zolotuchin, "Wrack" von Michael Werder, "Eine Geschichte mit Hummer" von Simon Nagel, "Ich träume nicht auf Deutsch" von Ivana Lalovic, "Manfred" von Daniel Zwimpfer und "Alice-Paris" von Stefan Muggli

Dokumentar- und Spielfilme: "Nomad's Land" von Gaël Métroz und "Bill - das absolute augenmass" von Erich Schmid, sowie die Spielfilme "Tandoori Love" von Oliver Paulus, "Happy New Year" von Christoph Schaub, "Tausend Ozeane" von Luki Frieden, "Marcello Marcello" von Denis Rabaglia sowie "Un Autre Homme" von Lionel Baier

Newsletter067

Wir hoffen, ihr seid gut ins neue Jahr gerutscht und möchten euch ein erfolgreiches 2009 wünschen!

Ab sofort können wir euch einen neuen Service bieten. Renommierte JournalistInnen rezensieren Filme in unserer Rubrik "Kinofilmauswahl". Heute gleich mit vier Kurzkritiken zu aktuellen Kinoneustarts.

Auch das Update unseres Newsletters und Website waren erfolgreich. Solltest du allerdings Fehler finden oder Probleme in irgendeiner Form haben. kannst du uns dies gerne mitteilen unter info@451.ch

Newsletter066

Hier der letzte 451° Film-Newsletter dieses Jahr. Wegen technischen Umstellungen entfällt der nächste Newsletter von Montag, dem 5. Januar 2009. So stellen wir euch "Tandoori Love" von Oliver Paulus und "Le Silence De Lorna" der Gebrüder Dardenne, die beide regulär am 8. Januar 2009 in den Kinos starten, jetzt schon vor.
Wir wünschen euch weiterhin schöne Festtage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Newsletter065

2008 neigt sich dem Ende zu und Weihnachten steht vor der Tür. Auch im nächsten Jahr wollen wir RegisseurInnen und SchauspielerInnen mit ihrem Schaffen in unserem Newsletter und auf unserer Homepage vorstellen. Wenn auch du einmal von uns vorgestellt werden möchtest, dann melde dich bei uns unter info@451.ch

Anbei noch ein kleiner Weihnachtsgruss zweier Leute, die unsere Welt dieses Jahr zum letzten Mal mitgeprägt haben. Das richtige Weihnachtsgeschenk aber mit über 100 Kurzfilmen online findest du unter www.451.ch/index.php/ger/home/user_beitraege/filme_online, die uns einige Dutzend junge Filmtalente freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. Herzlichen Dank euch allen!

Wir vom 451° Filmportal wünschen allen Leserinnen und Lesern frohe Festtage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Newsarticle064

Unter dem Namen „bowcam/cambow Production“ machen Marco Bowald und Jean-Claude Campell schon seit einigen Jahren Kurzfilme. Die beiden kennen sich schon seit ihrer Teenagerzeit. Auf die Frage, wie das Interesse zum Medium Film entstanden ist, antwortet Jean-Claude Campell damit, dass er schon ein Filmfan sei, solange er denken kann. Die Lust daran eigene Geschichten zu erfinden, war der eigentliche Antrieb um selber Filme zu drehen. Mit minimalem Budget und grossem Enthusiasmus entstanden so experimentelle Kurzfilme von einer Minute bis zu knapp neun Minuten Länge. Allen Filmen gemeinsam ist der Verzicht auf Dialoge sowie die auffallende Verwendung des Sounddesigns und einer eigentümlichem Musik. Marco Bowald meint dazu: „Ich finde, die Tonspur eines Filmes wird von vielen Filmemachern nur zur Illustration des Bildes gebraucht. Dabei sollte die Tonspur das Bild ergänzen, das heisst, man hört dann Dinge, die man eben nicht sieht.“ So werden die Bewegungen der Protagonisten oder der Gegenstände nachträglich mit Geräuschen synchronisiert. Beispielsweise knirschen die Knochen bei einer Prügelei mehr als in jedem Actionfilm, die Kaffeekanne zischt vor sich hin oder die Schritte einer über den Asphalt laufenden junge Dame sind nachdrücklich zu hören. Die Freude an tiefen Tönen und ungewöhnlichen Instrumenten ist zudem ein Grund dafür, dass die beiden die Musik für ihre Filme selbst gestalten. So verstärken beispielsweise im Film „Fiddler’s Green“ die ganzen Geräusche und Klänge die Atmosphäre eines scheinbar verzauberten Waldes. Für Jean-Claude wird somit das gezeigte Bild quasi erst zum Leben erweckt. Gerne präsentieren die beiden Regisseure ihre Werke auch an Filmfestivals, wie beispielsweise am „Lausanne Underground Film & Music Festival“, am „VIDEOEX“ in Zürich, an den "Lichtspieltagen" in Winterthur und weiteren Festivals im In- und Ausland.
Für diejenigen unter Euch, deren Interesse nun geweckt ist, zeigt das in Basel ab kommenden Donnerstag bis Samstag stattfindende Filmfestival „Clair-Obscur“ ein halbes Dutzend Werke der beiden Filmemacher.
Weitere Filme von bowcam/cambow auf 451.ch ansehen: "Yoga Climbing", "Aha", "Invisible Intruders", "Formal and informal mechanisms, Vol. 3: Kinesic polymorphism within internal flows of relatedness"

Vorstellung Schauspieler und Regisseure

Hier stellen wir regelmässig RegisseurInnen und SchauspielerInnen mit ihrem Schaffen vor. Wenn auch du einmal von uns vorgestellt werden möchtest, dann melde dich bei uns unter info@451.ch

Newsletter063

Was tun Autoliebhaber in dieser Jahreszeit, wenn es draussen kalt ist und auf den Strassen Salz gestreut wird? Sie lassen wohl oder übel das Objekt ihrer Begierde, den auf Hochglanz polierten Boliden, in der Garage und hoffen, dass der Winter schnell vorbei gehen möge. Im Film „Rasende Liebe“ von Jonas Meier, seiner Diplomarbeit an der HGK Luzern, wird genau dieser Frage nach gegangen. Und was passiert, wenn man die Gesichter von alten Damen mit Pressluft bearbeitet und das Gefilmte später mit Musik unterlegt? Klar, es entsteht ein Musikvideo, aber nicht einfach irgendein x-beliebiges. „Music Machines“ ist ein Beispiel für die ausgefallene Bildsprache von dem Kollektiv „zweihundfilm“, das von Jonas Meier zusammen mit Beni Wülser und Mike Raths betrieben wird. Zweihundfilm bietet den dreien eine Plattform, um ihre eigenen, persönlichen Projekte zu realisieren. Aber andererseits auch um Auftragsarbeiten von Kunden zu verwirklichen, die das Experimentelle und das Überraschende in den Arbeiten von zweihundfilm suchen. Für Jonas Meier ist es wichtig Humor und Ästhetik miteinander zu verbinden und beide Bereiche visuell ansprechend abzudecken.
Davon leben können sie (noch) nicht, und so verdienen sie alle drei in anderen Jobs ihre Brötchen. Doch ein weiteres Projekt ist schon in Bearbeitung, das nächsten Februar zu sehen sein wird. Es soll ein Musikvideo für die Zürcher Jazzer „Rusconi Trio“ werden. Wie das Projekt schlussendlich aussehen soll, ist sich Jonas Meier noch nicht sicher. Er lässt sich erstmal von der Musik leiten, denn seiner Meinung nach ist jedes neue Filmprojekt zu Beginn eine Art von Experiment.

Newsletter062

Vor ein paar Wochen haben wir den Film „Second Me“ von Anna Thommen vorgestellt, der in rund 19 Minuten den Second Life User Bendix Freutel porträtiert. Freutel entschloss sich darin mitzuwirken, da er von anderen Filmen über Second Life enttäuscht war. Diese bedienten sich seiner Meinung nach meist nur den gängigen Klischees und zeigen nicht das „wirkliche“ Second Life. In der Second Life Community wurde „Second Me“ dann auch durchaus positiv bewertet und gelobt. Schon seit einigen Jahren arbeitet Bendix Freutel selbst mit dem Medium Film. Im Jahr 1993 kaufte er sich eine Hi8 Videokamera um damit kreativ tätig zu sein. Ein Jahr später realisierte er den Spielfilm „Züri Eifach“ zusammen mit Oliver Kessler, dem Regisseur von „Blutgeil“ und „Züri Metzgete“. "Züri Eifach" handelt von den Vorstellungen und Riten der linken Hausbesetzerszene in Zürich anfangs der 90er Jahre, gedreht an Originalschauplätzen. Heutzutage liegt für Bendix Freutel ein besonderer Reiz darin, seine Werke möglichst ungeschnitten zu realisieren, wie beispielsweise in „Ein Scharfer Unfachfilm“, der die deutsche Arbeitsmarktpolitik und Hartz IV thematisiert. Auch das Durchführen von Live- Performances interessieren ihn. Diese benötigen zwar eine lange Vorbereitungszeit, aber nach einer Show sind sie endgültig vorbei, und schaffen so wiederum Platz für neue Projekte.

Mehr zu Bendix Freutel auf seiner Homepage http://d-oo-b.cc und im Interview von Christoph Sulser.

Newsletter061

Letzten Donnerstag fand im Casinotheater Winterthur die Preisverleihung "Cadrage" des Zürcher Filmpreises und der Zürcher Filmstiftung statt. Den Spezialpreis der Jury erhielt Bea Cuttat, die sich seit 20 Jahren mit ihrem Filmverleih Look Now! für die Förderung und Verbreitung von Schweizer Filmen einsetzt. Den Zürcher Filmpreis in der Sektion Spielfilm gewann Der Freund von Micha Lewinsky, weitere Preise erhielten die Dokumentarfilme No More Smoke Signals von Fanny Bräuning und Hidden Heart von Werner Schweizer und Cristina Karrer sowie der Kurzfilm Auf Der Strecke von Reto Caffi, der auch gleich den Kurzfilmpreis der Zürcher Filmstiftung für den erfolgreichsten Kurzspielfilm erhielt. Damit nicht genug: Am letzten Samstag am 28. Münchner Filmhochschulfest erhielt Reto Caffi weitere 3 Preise für die Beste Regie Deutscher Film, den Luggi-Waldleitner-Preis (Bestes Drehbuch) und den Panther Preis (Beste Produktion Deutscher Film).
Ivana Lalovic schliesslich gewann mit ihrem Film Ich Träume Nicht Auf Deutsch den Winterthurer Kurzfilmpreis, der dieses Jahr zum ersten Mal vergeben wurde.
Alle PreisträgerInnen von "Cadrage" findet ihr hier.

Gestern Sonntag fand im Kino Riffraff in Zürich zum vierten Mal der Wettbewerb für 10-Sekunden-Animationen Minimotion statt. Wir dürfen euch die drei von der Jury als beste Filme gewählten Beiträge und auch den Gewinner des Publikumspreis hier ganz präsentieren:
1. Preis: Kuhi von Stefano Bellini, 2. Preis: Sprutz von Mathis Hipp / Halbbild Halbton, 3. Preis: Transfer von Lukas Matjeka und Marek Galbauy, Publikumspreis: Skyguide von Dani L. Steury
Alle Filme des Wettbewerbs könnt ihr ab 1. Dezember auf www.minimotion.ch ansehen

Wir gratulieren allen GewinnerInnen herzlich und danken den OrganisatorInnen des Minimotion für die tolle Zusammenarbeit!

Newsletter060

Diese Woche wird in Basel, Bern und Zürich der viel diskutierte türkische Film "Gitmek: My Marlon and Brando" von Huseyin Karabey aufgeführt. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Türkin und einem Kurden aus dem Nordirak, die sich ineinander verlieben. Dem türkischen Kulturministerium war dies Anlass genug den Film aus dem Programm des Festivals "Culturescapes" entfernen zu lassen. Des Weiteren wurden 5 Essays aus dem Programmheft des Festivals genommen, die den Weg der Türkei in die Moderne thematisierten. Um die Durchführung des Festivals, das noch bis zum 6 Dezember in acht verschiedenen Schweizer Städten stattfindet, nicht zu gefährden, beugte sich der Festivalleiter Jurriaan Cooiman der Drohung eines Subventionsentzugs von 400'000 Euro.
„Gitmek: My Marlon and Brando“ ist diesen Mittwoch* im Stadtkino Basel, am Donnerstag* und Freitag im Kino Xenix und am Samstag* und Sonntag im Kino Kunstmuseum in Bern zu sehen.

*Jeweils in Anwesenheit des Regisseurs Huseyin Karabey und der Hauptdarstellerin Ayca Damgaci

Newsletter059

Die 12. Kurzfilmtage in Winterthur zeigten auch dieses Jahr einen interessanten Querschnitt aus dem aktuellen Kurzfilmschaffen. Ein zum Nachdenken anregendes Rahmenprogramm zu den Themen Israel, Schweizer Armeefilme und Heimat Verleider rundete das diesjährige Wettbewerbsprogramm ab. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die vielen Helfer und Macherinnen dieses engagierten Festivals!
Gestern Abend fand die Preisverleihung im Casinotheater statt. Im internationalen Wettbewerb gewann "Puppetboy" von Johannes Nyholm den Hauptpreis, "Love You More" von Sam Taylor-Wood konnte den Förderpreis für sich entscheiden. Dem vielschichtigen und berührenden Film "Second Me" von Anna Thommmen dankte sowohl das Publikum mit dem Publikumspreis als auch die Jury, die dem Portrait über Bendix Freutel zusammen mit "Polar" von Michael Koch den Preis der Besten Schweizer Kurzfilme verlieh.
Schon am Donnerstag fand nach dem Schweizer Filmschulentag die Preisverleihung des Besten Schweizer Schulfilms statt. Der mit 5000 Franken dotierte Preis ging an "La Délogeuse" von Julien Rouyet, der schon am diesjährigen Festival internazionale del film in Locarno den "Pardino D'Oro" gewann.
Neben "Second Me" dürfen wir euch zwei weitere sehenswerte Filme aus dem diesjährigen Winterthurer CHurzfilm-Programm zeigen: "1 Km Hardbrücke" von Luc Gut und "Music Machines" von Jonas Meier

Newsletter058

Mit der Zürcherin Ivana Lalovic wollen wir Euch auch diesmal eine junge Regisseurin vorstellen, die mit ihrem neuesten Film "Ich träume nicht auf Deutsch" am Schweizer Wettbewerb der 12. Kurzfilmtage in Winterthur, das diesen Mittwoch begtinnt, vertreten ist. Ivana Lalovic wurde 1982 in Sarajevo geboren und verbrachte dort auch den grossen Teil ihrer Kindheit. Sie hat in diesem Jahr ihr Filmstudium an der Zürcher Hochschule der Künste mit Diplom abgeschlossen. Erzählt wird von einer Begegnung zwischen einer jungen Frau und einem bosnischen Geschäftsmann, der seit dem Krieg in Bosnien in der Schweiz lebt. Die Narben des vergangenen Krieges sind nach wie vor in Form von Einschusslöchern in den Hochhäusern Sarajevos präsent. Als sich die beiden Figuren im Verlaufe des Films näher kommen, machen sie auf der Suche nach ihrer Identität eine schicksalhafte Erkenntnis. „Ich träume nicht auf Deutsch“ hat gerade erst im internationalen Wettbewerb des Kurzfilmfestivals Shnit in Bern gewonnen und war zudem der einzige Schweizer Beitrag am diesjährigen Filmfestival in Venedig.

Newsletter057

„Ich führe kein Doppelleben, ich lebe nur noch in Second Life!“ Diese Aussage stammt von Bendix Freutel, einem User des Online-Spiels „Second Life“, der zumindest für den Moment mit der realen Welt abgeschlossen hat. Nach der Trennung von seiner Frau und dem Verlust seines Geschäftes befindet er sich nach eigenen Aussagen in einem tiefen Burnout. Die Regisseurin Anna Thommen, die in diesem Jahr an der Hochschule für Design & Kunst Luzern im Bereich Video diplomiert hat, gibt in ihrem Dokumentarfilm „Second Me“ einen kurzen Einblick in das Leben von Bendix Freutel. Ihr gelingt es in 19 Minuten die Frage aufzuwerfen, was einerseits für den Protagonisten im Film, als auch für einen selbst real und wahr ist. Bendix Freutel ist sich bewusst, dass er sich in einer virtuellen Welt aufhält, dennoch erlebt er die zwischenmenschlichen Kontakte als äusserst real, immerhin hat er dort zum zweiten Mal geheiratet.
„Second Me“ (hier ansehen) läuft an den kommenden Kurzfilmtagen in Winterthur im Schweizer Wettbewerb.

Newsletter056

Luc Gut studiert seit einem Jahr Neue Medien an der HGKZ. Seine ersten Versuche mit dem Medium Film liegen aber schon drei Jahre zurück. Die Kombination von Bild und Musik ist ein wichtiges Element in seinen Filmen, wie beispielsweise im „Takt Film“, „Staubsauger“ oder „1km Hardbrücke Zürich“. Beide Komponenten produziert Luc Gut selbst, so entsteht die elektronische Musik meist parallel zum Gefilmten am Computer. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Musikclip entsteht somit eine Art Gesamtkunstwerk. Im „Takt Film“ (hier ansehen), der dieses Jahr an den Jugendfilmtagen den ersten und den Publikums-Preis gewann, liess sich Luc vom französischen Filmpionier Georges Mélièrs inspirieren, der als Erfinder der Stop-Motion-Technik gilt. Zusammen mit zwei Kollegen wurde die vergnügte Choreographie im Takt der Musik einstudiert. Ein weiterer Film, der die Verschmelzung von Bild und Musik zustande bringt, wird in rund zweieinhalb Wochen am Kurzfilmfestival in Winterthur im Schweizer Wettbewerb gezeigt. Der Film heisst "1 Km Hardbrücke Zürich" (hier ansehen) und demonstriert, dass es auch ohne die ganzen Nachtschwärmer viel Rhythmus unter der Hardbrücke gibt.

Weitere Filme von Luc Gut ansehen: "Staubsauger 3", "Alter Ego"

Newsletter055

Martin Sulzer und Markus Feder verbrachten ihre Kindheit auf dem Land. Die beiden Jugendfreunde besuchten jeweils verschiedene Kunsthochschulen und studierten Animation. In Berlin gründeten sie „The Landjugend“, um sich eine Basis für ihre kreative Arbeiten im Bereich der Animation zu schaffen. Der Name dieses Kollektivs verweist einerseits auf die Herkunft der beiden Künstler, andererseits auch darauf, was sie hinter sich gelassen haben. Die Kurzfilme von "The Landjugend" sind ein wilder Mix aus verschiedenen Stilelementen zwischen der schnellen Abfolge recycelter Bilder aus dem Netz, wie beispielsweise in "Everyone - Everywhere" (hier ansehen), und 3D Animation, wie in "Tween My Lips" (hier ansehen). Passend dazu dienen diese beiden Filme als Musikclips für das Label „Cock Rock Disco“, das sich ganz der experimentellen Electronica, auch „breakcore“ genannt, verschrieben hat. Ein weiteres Beispiel dazu stellt der Clip "The Bird's Midair Heatstroke" (hier ansehen) dar. Im Diplomfilm von Markus Feder "Identität" (hier ansehen) wird auf humorvolle Weise die Suche nach dem eigenen Selbst gezeigt.

Newsletter054

Am letzten Donnerstag ging im Rahmen des Zurich Film Festivals der Schweizer Wettbewerb des onedotzero-Festivals über die Bühne, unter anderen auch der Musikclip "Everything Is Good" (hier ansehen) der Band MyKungFu, Regie führte Marco Lutz. Gewonnen hat die sehr witzige und gelungene Animation "Lost And Found" (hier ansehen) von Neil Stubbings.
Am Freitag besuchten dann leider etwas weniger Zuschauer das internationale onedotzero-Festival. Aufgefallen ist dort The Landjugend aus Berlin, denen mit "Tween My Lips" (hier ansehen) von Martin Sulzer und "Identität" (hier ansehen) von Markus Feder gleich zwei hervorragende Digitalclips gelungen sind.
Auch die Jury des Zurich Film Festival hat am vergangenen Samstag ihre Gewinner auserkoren. Das "Goldene Auge" für den besten Spielfilm geht an den bildgewaltigen Erstlingsfilm aus der kasachischen Steppe "Tulpan" von Sergey Dvortsevoy, als "Bester Debutspielfilm" wurde der engagierte Film "For A Moment, Freedom - Ein Augenblick, Freiheit" von Arash T. Riahi geehrt. Der Preis des "Besten Dokumentarfilms" bekommt der Slovake Juraj Lehotsky für seinen Film "Slepé Lásky - Blind Loves" und das Publikum entschied sich für die deutsch-bulgarische Koproduktion "The World Is Big And Salvation Lurks Around The Corner" von Stephan Komandarev. Mit einem blauen Auge davon kam "Moscow, Belgium" von Christophe van Rompaey, der immerhin noch den "Variety's New Talent Award" für sich entscheiden konnte.

Newsletter053

Erstmals in ihrer Geschichte spannen diesen Oktober das Kino Xenix und das Filmpodium der Stadt Zürich zusammen und präsentieren eine Doppelretrospektive des engagierten amerikanischen Paares Susan Sarandon und Tim Robbins. Während sich das Filmpodium auf den Schauspieler, Drehbuchautor, Produzenten und Regisseur Tim Robbins konzentriert, ist das Programm des Xenix ganz der Schauspielerin Susan Sarandon gewidmet.
Beide Kinos gewähren ihren Mitgliedern bzw. AbonnentInnen gegenseitig Sonderkonditionen: Die AbonnentInnen des Filmpodiums haben auch bei der Susan-Sarandon-Reihe im Xenix Zutritt zum halben Preis, während die Xenix-Mitglieder den gleichen Vorzug in der Tim-Robbins-Reihe des Filmpodiums geniessen.
Wir verlosen 3 x 2 Tickets für "Atlantic City" von Louis Malle aus den Jahren 1979/80, der von Donnerstag, dem 9.10. bis Sonntag, dem 12.10. jeweils um 21.30 Uhr im Kino Xenix gezeigt wird. Zur Verlosung.

Newsletter052

Diesen Donnerstag beginnt das 4. Zurich Film Festival mit der Schweizer Vorpremiere von "Der Baader Meinhof Komplex" als Eröffnungsfilm. Der dieses Jahr erstmalig vergebene "Golden Icon Award" geht an Sylvester Stallone, der am 26. September persönlich den Preis entgegen nehmen wird. Wer an Sylvester Stallone kein graues Haar lassen kann, schaue sich "Copland" von James Mangold an, der am 26. September um 21.45 Uhr im Rahmen einer Retrospektive des Festivals im Kino Corso 3 läuft. Einige kritisieren am Zurich Film Festival, dass es lieber Mainstream-Filme spielen würde, diese aber (noch) nicht bekommt und sich darum an Erst-, Zweit- und Drittlingswerke hält. Dafür spricht zum Beispiel die Stallone-Ehrung. Wermutstropfen sind auch die meist nur in Englisch gehaltenen Untertitel, die dem Festival einen internationalen Anstrich geben sollen. Sei es, wie es wolle, beim diesjährigen Programm gibt es interessante Filme zu entdecken. Zum Beispiel das Erstlingswerk "Tulpan" von Sergey Dvortsevoy, der bildgewaltig und mit den sofort ins Herz geschlossenen Protagonisten das harte Leben der Einwohner der kasachischen Steppe zeigt.

Newsletter051

Ulrich Schaffner absolvierte bis 2005 die Filmfachklasse an der HGK in Zürich. Im selben Jahr erhielt sein Diplomfilm "Frohe Ostern" (ansehen) mehrere Auszeichnungen und wurde am Filmfestival in Locarno gezeigt. Auch dieses Jahr war in Locarno wieder ein Film von ihm zu sehen: „bachab“ heisst sein neustes Werk und erzählt die Geschichte zweier Jugendlicher, die nach ihrer regulären Schulzeit erfolglos auf Stellensuche sind. Um sich vom Gedanken abzulenken das zehnte Schuljahr besuchen zu müssen, gehen die beiden lieber surfen und träumen von einem Trip nach Hawaii. Ulrich Schaffner gelingt es in der kurzen Zeit, die ihm in Kurzfilmen zur Verfügung steht, überzeugende Geschichten zu erzählen. Auch das Schauspiel wirkt äusserst glaubhaft und man erfährt erstaunlich viel über das Innenleben der Protagonisten.
Weiteren Film von Ulrich Schaffner ansehen: "Die Meerjungfrau"
Homepage von Ulrich Schaffner: www.filmschaffner.ch

Newsletter048

Das Hauptinteresse am Film liegt für Klaus Fromherz am Erforschen des Mediums selbst. Das Experimentieren mit den Möglichkeiten, die z.B. ein Filmstreifen mit seinen 24 Stills pro Sekunde und seiner Tonspur bietet. So kopierte er für seinen Film „35mm-Musik“ mehrheitlich abstrakte Bilder auf eine Folie und montierte sie direkt über die Bild- und Tonspur, um auf diese Weise sowohl Bilder als auch Klänge zu erzeugen. Kommenden November wird der Film in den Anthology Film Archives in New York aufgeführt. Im „Kinok-Trailer“ wiederum verwendet er verschiedene Animationstechniken wie Zeichentrick, Computeranimation oder Zeitraffer und montiert sie in Kontrast zu den anderen Filmelementen Schrift, Ton und Sprache. In solchen Arbeiten wird der Film als Material spürbar, in den besten Momenten gelingt es Klaus Fromherz, die rohe Energie, die dem Medium innewohnt, freizulegen. Aber nicht nur das Experimentieren mit Filmen interessiert ihn, er sucht sich auch andere Herausforderungen. Im Auftrag des uma-institut Luzern drehte er seinen ersten Dokumentarfilm „walkAway“, der über ein Jugendritual berichtet. Im Gegensatz zu seinen Experimentalfilmen stand bei dieser Produktion das feinfühlige Drehen und Editieren im Schneideraum im Vordergrund.

Christoph Sulser

Newsletter047

Während wir am Schlussabend des 61. Filmfestivals Locarno den GewinnerInnen auf der Piazza Grande applaudieren, beginnt der Erdschatten den Mond zu verdecken. Das Sitzfleisch liegt definitiv wund, die Augen brennen und auch des Klatschens sind wir langsam müde. Es war einmal mehr keine leichte Kost. Haben wir, wie die Festivalleitung betont, neue cineastische Entdeckungen gemacht?
Bestimmt war die lateinamerikanische Filmreihe sehr bereichernd. In meist langsamem Erzählrhythmus werden einfühlsam die Probleme und Sorgen der einfachen Leute geschildert. So wird auch der mexikanische Beitrag "Parque Via" von Enrique Rivero mit dem Goldenen Leoparden geehrt.
Etwas wenig asiatische Filme waren dieses Jahr vertreten, wenn man die beiden starken, in der Nordost-Türkei angesiedelten Wettbewerbsbeiträge „Sonbahar“ (Preis Art & Essai CICAE) und „The Market“ (Bester Schauspieler Tayanç Ayaydin) nicht dazu zählt. In beiden Filmen ist der Hauptprotagonist ein Mann. Die Frauen dienen vor allem nett zu, versprühen bestenfalls etwas Hoffnung. Hier geht es um Ehre, um den Kampf um ein besseres Leben und gegen die schlussendlich immer übermächtigen Oberen, in „Sonbahar“ ist es der Staat, in „The Market“ sind es die Kleinkriminellen. Beide haben ein anscheinend unbezwingbares Netz über die Türkei gespannt.
Was beide Filme auszeichnet, sind neben den rührenden Geschichten die prachtvoll eingefangenen Einstellungen der atemberaubenden anatolischen Landschaften.
Alle GewinnerInnen des 61. Filmfestivals Locarno findet ihr hier.

Newsletter046

Morgen Dienstag findet am Filmfestival Locarno die "Journée du Cinéma Suisse" unter dem Motto "Der Schweizer Film hat mehr als ein Gesicht" statt. Präsentiert wird dieser Schweizer Filmtag von Swiss Films, dem Bundesamt für Kultur und natürlich vom Filmfestival Locarno. Gleich drei
Schweizer Filme feiern hier ihre Weltpremiere: "Marcello Marcello" von Denis Rabaglia, der animierte Kurzfilm "Retouches" von Georges Schwizgebel (beide Filme auf der Piazza Grande), und "Luftbusiness" von Dominique de Rivaz um 16.00 Uhr im Kino La Sala.
Mit dem Dokumentarfilm "Bird’s Nest" von Christoph Schaub und Michael Schindhelm startet die Reihe "Appellations Suisse". In dieser Sektion des Festivals präsentiert Swiss Films zehn Schweizer Kinofilme und den mehrfach preisgekrönten Kurzfilm "Auf der Strecke" von Reto Caffi.
Auch die Schweizer Trickfilmgruppe feiert ihr 40-jähriges Bestehen und präsentiert ihre neue DVD „Cuisine d’Animation 2“ um 14.00 Uhr im Kino La Sala.

Newsletter045

Kommenden Mittwoch beginnt das 61. Internationale Filmfestival von Locarno. Ein weiteres Mal wird eine grosse Palette von verschiedenen Filmgattungen und Genres geboten. Spielfilme, Dokumentarfilme oder Experimentalfilme werden uraufgeführt und laufen in einer der rund Dutzend Sektionen. Dabei setzen sich mehrere Filme dieses Jahr direkt oder indirekt mit den grossen sozialen und politischen Themen unserer Zeit auseinander, sei es nur im Kleinen, beispielsweise innerhalb einer Familie, oder aber im Grossen, wenn es um die wechselseitige Beziehung zwischen Mensch und Natur geht. Als Einstimmung aufs Festivals läuft schon am Dienstag Abend auf der Piazza Grande der britische Dokumentarfilm "Young@Heart" vom Regisseur Stephen Walker, präsentiert von RTSI. Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe Senioren, die 1982 einen Chor gründeten, der seither im In- und Ausland auftritt und die Erfolgshits von Bands und Musikern wie The Clash, James Brown oder Bob Dylan singt.

Wir vom Filmportal 451° wünschen allen FestivalbesucherInnen in Locarno viel Spass!

Newsletter044

Im November vergangenen Jahres stellte der australische Filmstudent Dario Russo aus Adelaide mit Hilfe einiger Freunde einen Trailer zu einem fiktiven Film namens „Italian Spiderman“ auf die Plattform YouTube. Das Filmchen ist eine Parodie auf die italienischen B-Movies der 60er Jahre, wie beispielsweise „Danger! Diabolik“ von Mario Bava, und zeigt die Abenteuer des übergewichtigen, langhaarigen und Schnauz tragenden Pendant zum originalen Spiderman aus den Staaten. Auf 16mm gefilmt und mit authentischem Ton und Musik versehen, wurde der Trailer millionenfach angeklickt. Auch eine australische Filmgesellschaft wurde darauf aufmerksam und überreichte den Produzenten des Trailers einen Geldbetrag für die Verfilmung der Abenteuer des Kette rauchenden und politisch inkorrekten Helden. Die ersten zehn Episoden sind nun abgedreht, weitere sollen noch dieses Jahr folgen. Des Weiteren erschien unlängst auf "Soulful Torino Records", einem italienischen Plattenlabel, eine 7inch Vinyl Single mit der Titelmusik, dem „Italian Spiderman Theme“.
"Italian Spiderman" Trailer und Episode 1 - 10 ansehen

Christoph Sulser

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