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The Wizard Of The Kremlin

FR/US 2025, OV/df, 145', Regie Olivier Assayas, mit Paul Dano, Jude Law, Alicia Vikander
The Wizard Of The Kremlin

Filmkritik von Walter Gasperi

Olivier Assayas zeichnet in seinem Politthriller den Aufstieg Vladimir Putins zum autokratischen Herrscher nach: Ein rasanter Streifzug durch rund 25 Jahre russische Geschichte und eine packende Studie von Machtmechanismen und eines skrupellosen Manipulators.

Als Buch der Stunde galt der 2022 erschienene Roman "Der Magier im Kreml" von Giuliano da Empoli. Aus der Perspektive des fiktiven Vadim Baranov, für den Vladimir Putins realer Chefideologe und Berater Wladislaw Surkow als Vorbild diente, erzählt der schweizerisch-italienische Schriftsteller und Politikwissenschaftler darin vom Aufstieg des russischen Präsidenten.

Rasch wurden Pläne für eine Verfilmung gefasst, doch Olivier Assayas lehnte zunächst ab, da ihm der Roman zu abstrakt war. Erst in Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor und Schriftsteller Emmanuel Carrère, mit dem Assayas unter anderem die fiktive Figur der Ksenia (Alicia Vikander) ausbaute, nahm das Projekt Gestalt an. Schon ein Vorspanninsert weist so darauf hin, dass der Film ein fiktionales Werk ist und sich Freiheiten nimmt, gleichzeitig wird aber immer wieder mit Archivmaterial die Historizität betont.

Als Ausgangspunkt wählen Assayas und Carrère eine Russlandreise eines amerikanischen Journalisten (Jeffrey Wright), der im Jahr 2019 über den 1937 verstorbenen sowjetischen Schriftsteller und Revolutionär Jewgeni Samjatin forschen will, aber bald von Vadim Baranov (Paul Dano), der sich als Samjatin-Fan ausgibt, auf dessen Datscha eingeladen wird. Doch das Gespräch dreht sich bald nicht mehr um den Schriftsteller, sondern vielmehr erzählt Baranov dem Amerikaner seine eigene Geschichte, die untrennbar mit dem Aufstieg Vladimir Putins verknüpft ist.

Während der Journalist gewissermaßen die Position des Kinopublikums einnimmt, erlaubt es die Wahl Baranovs als Erzähler und zentrale Figur den Bogen über 25 Jahre zu spannen und die Ereignisse mit Voice-over immer wieder zu raffen. Dicht beschwört der Film mit sorgfältiger Ausstattung – gedreht wurde in Lettland -, aber auch durch teils originales, teils auch nachgestelltes Archivmaterial die Aufbruchsstimmung und demokratische Freiheit der 1990er Jahre mit exzessiven Partys, Konzerten und dem Aufstieg der Oligarchen, aber auch das Vakuum, das Boris Jelzins zunehmend von Alkoholismus bestimmte Präsidentschaft auslöste.
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Verleiher
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