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Promis Le Ciel

TN 2025, OV/df, 92', Regie: Erige Sahiri, mit Aïssa Maïga, Debora Lobe Naney, Laetitia Ky
Promis Le Ciel

Filmkritik von Walter Gasperi

Erige Sehiri schildert den Alltag von drei Frauen aus der Elfenbeinküste, die sich in Tunis eine Wohnung teilen: Eine warmherzige Feier weiblichen Überlebenswillens trotz Repressionen und Rassismus.

Nah ist die Kamera von Frida Marzouk dran, wenn die evangelische Pastorin Marie (Aïssa Maïga), die einst in ihrem Heimatland Elfenbeinküste Journalistin war, die Studentin Jolie (Laetitia Ky) und Naney (Debora Lobe Naney) in ihrer Wohnung in Tunis die etwa vierjährige Kenza baden. Wenn sie das Mädchen zu seinem Namen, seinem Alter und zu seinem Schicksal befragen, ergibt sich langsam das fragmentarische Bild eines Schiffbruchs auf dem Mittelmeer, den Kenza überlebt hat.

Mit dieser Szene stellt die französisch-tunesische Regisseurin Erige Sehiri die drei Protagonistinnen ihres nach "Under the Fig Trees" (2002) zweiten Spielfilms vor. Unabhängig voneinander sind sie von der Elfenbeinküste nach Tunesien gekommen, aus unterschiedlichen Gründen wohnen sie bei Marie, die schon seit einem Jahrzehnt in Tunis lebt. Während Naney in Nordafrika nur eine Zwischenstation sieht und weiter nach Europa will, wird die Unterkunft von Jolie von ihrem in der Elfenbeinküste lebenden Vater bezahlt. Jolie selbst möchte zwar lieber in ein Student:innenheim ziehen, doch der Vater glaubt, dass sie in der Obhut der Pastorin besser geschützt ist.

Meist nur in der Wohnung treffen sich die drei Frauen, die auch eine Entscheidung finden müssen, ob sie sich selbst illegal um Kenza kümmern oder das Mädchen den Behörden übergeben wollen. Tagsüber gehen sie aber weitgehend ihre eigenen Wege.

So folgt "Promis le ciel" bald Marie, die in ihrer Untergrundkirche mitreißend predigt, bald Naney, die sich mit ihrem französischen Freund trifft und versucht, sich mit kleinen illegalen Geschäften Geld für die Flucht nach Europa zu beschaffen, und dann wieder Jolie. Wie in der ersten Szene dominieren durch den ganzen Film nahe Einstellungen. Die meist geringe Schärfentiefe und eine dynamische Handkamera verstärken dabei noch die Fokussierung auf die drei Frauen.
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Kritiken 

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