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Teenage Sex And Death At Camp Miasma

US/GB/CA 2026, OV/df, 113', Regie: Jane Schoenbrun, mit Hannah Einbinder, Gillian Anderson, Amanda Fix
Teenage Sex And Death At Camp Miasma

Filmkritik von Walter Gasperi

Eine junge queere Filmemacherin plant den Reboot einer 1980er Jahre Slasher-Serie und besucht deshalb die damalige Hauptdarstellerin, die abgeschieden am einstigen Drehort lebt: Ein ziemlich abgefahrener Meta-Film, in dem extreme Künstlichkeit und Realismus, Film-im-Film und Realität sowie blutige Slasherszenen und intime Momente ständig ineinander übergehen.

Im Langfilmdebüt "We’re All Going to the World’s Fair" (2020) setzte sich die in den späten 1980er Jahren in New York geborene nonbinäre Jane Schoenbrun mit den Internet-Challenges der frühen 2000er Jahre auseinander. In die 1990er Jahre entführte dann "I Saw the TV Glow" (2024), in dem zwei Teenager aus dem tristen Alltag in die Welt einer wöchentlichen Mystery-Serie flüchten.

Mit dem vollständig auf analogem 16mm- und 35-mm Film gedrehten "Teenage Sex and Death at Camp Miasma", der den Abschluss der so genannten "Screen-Trilogie" bildet, geht Schoenbrun nun bis in die 1980er Jahre zurück, verbindet diese aber gleichzeitig mit der Gegenwart. Mit viel Liebe zum Detail und genauer Kenntnis von Slasher-Klassikern wie "Halloween" (1978) und "Freitag der 13." (1980) wird im Vorspann die Geschichte des damaligen Erfolgs des fiktiven Horrorfilms "Camp Miasma" und das Franchise, das sich mit drittklassigen Fortsetzungen, Spielen und Merchandise-Artikeln daraus entwickelte, nachgezeichnet.

Doch nun plant die junge queere Filmemacherin Kris (Hannah Einbinder), die mit einem Film, in dem sie die Geschichte von "Psycho" aus der Perspektive des Duschvorhangs erzählte, einen Reboot des Originals. Dazu besucht sie die Darstellerin (Gillian Anderson) des Final Girls des ersten Films, die sich nach dem Erfolg von der Schauspielerei zurückgezogen hat und abgeschieden am einstigen Drehort in den Wäldern lebt.

Explizit wird mehrmals auf den vergessenen Stummfilmstar Norma Desmond in Billy Wilders "Sunset Boulevard" Bezug genommen, auch wenn dieser Vergleich hinkt, zog sich diese Billy Presley im Gegensatz zu Wilders Protagonistin doch freiwillig vom Filmgeschäft zurück. Unübersehbar eine Reverenz an Wilders Klassiker ist aber, wie Kris und Billy, die mit sichtlichem Vergnügen von Hannah Einbinder und Ex-"Akte-X"-Star Gillian Anderson gespielt werden, gemeinsam im Haus den alten Slasher-Hit ansehen.
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