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Silent Rebellion - À Bras-Le-Corps

CH/BE/FR 2025, F/d, 96', Regie: Marie-Elsa Sgualdo, mit Lila Gueneau, Grégoire Colin, Thomas Doret
Silent Rebellion - À Bras-Le-Corps

Filmkritik von Walter Gasperi

Eine junge Frau kämpft in der ländlichen Schweiz der 1940er Jahre um Selbstbestimmung: Marie-Elsa Sgualdo gelang mit ihrem Langfilmdebüt ein für sieben Schweizer Filmpreise nominiertes, konzentriertes Emanzipationsdrama, das von der großartigen Hauptdarstellerin Lila Gueneau getragen wird.

Nicht leicht ist das Leben für die 15-jährige Emma (Lila Gueneau) im Jahr 1943 in einem nahe der französischen Grenze gelegenen Dorf im Schweizer Jura. Da die Mutter abwesend ist, muss sie sich um ihre beiden kleineren Geschwister kümmern und gleichzeitig noch als Haushaltshilfe bei der Pastorenfamilie den als Schneider arbeitenden Vater finanziell unterstützen. Dennoch träumt Emma von einem Ausbruch aus diesem ländlichen Milieu und dem Besuch einer Krankenpflegeschule.

Wie Marie-Elsa Sgualdo in ihrem Spielfilmdebüt erst später lüftet, wieso die Mutter vom Vater verstoßen wurde, so hält die 40-jährige Regisseurin auch andere Informationen zurück und weitet erst langsam das Bild. Ihr Fokus liegt ganz auf ihrer Protagonistin, die von der 19-jährigen Lila Gueneau zurückhaltend, aber mit großer Intensität gespielt wird. Nicht durch große Dialoge, sondern durch ihr Auftreten und ihre Mimik wird ihre Einengung in der konservativen Gesellschaft, aber auch ihre Stärke spürbar.

Von einer Kommission wird sie zwar wegen ihres Fleißes und ihrer Frömmigkeit für einen "Tugendpreis" vorgeschlagen, doch dann wird sie während eines Picknicks mit der Pastorenfamilie von einem jungen Genfer Journalisten, der die Familie besuchte, auf einer Wiese vergewaltigt. Leise, aber quälend intensiv ist diese Szene, wenn Sgualdo nur zeigt, wie Emma erfolglos versucht, den jungen Mann wegzudrücken, dann auf ihrer zur Faust geballten Hand fokussiert, mit der sie Grasbüschel ausreißt.
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Kritiken 

- Michael Sennhauser in sennhausersfilmblog.ch
- Alexander Sury für tagesanzeiger.ch
- Rolf Breiner in breiner-textatur.ch
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