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La Mia Famiglia Italiana

IT/FR 2025, OV/df, 97', Regie: Gianni Di Gregorio, mit Gianni Di Gregorio, Greta Scarano, Tom Wlaschiha
La Mia Famiglia Italiana

Filmkritik von Walter Gasperi

Der geruhsame Alltag eines pensionierten römischen Professors wird gestört, als überraschend aus Deutschland seine Tochter mit ihren beiden Kindern eintrifft: Gianni Di Gregorio erzählt gefühlvoll und mit sanftem Witz von den Freuden und Belastungen, die eine Familie mit sich bringt, und plädiert für Nachsicht gegenüber Schwächen und Fehlern. - Eine warmherzige und sehr menschliche, aber auch harmlose und altväterliche Komödie.

Seit seinem späten Regiedebüt "Pranzo di Ferragosto" ("Ein Festmahl im August", 2008) hat der inzwischen 77-jährige Gianni Di Gregorio sich selbst wiederholt als Rentner mit kleinen Alltagssorgen inszeniert ("Astolfo - "Cittadini del mondo – In der Ferne liegt das Glück", 2019; "Astolfo – Für die Liebe ist es nie zu spät", 2022). Klein gehalten sind die Geschichten dabei immer, doch der liebevolle Blick auf seine Protagonisten, die gefühlvolle Inszenierung und der sanfte Humor sorgten immer wieder für warmherzige Unterhaltung.

Schon mit der einleitenden Vorlesung, in der Helmut (Tom Wlaschiha), ein deutscher Professor für italienische Literatur, an der Uni Heidelberg über Nachsicht gegenüber menschlichen Schwächen und Fehlern in Dantes "Göttliche Komödie" referiert, wird auf das zentrale Thema von "La mia famiglia italiana" eingestimmt. Helmut versucht zwar zunächst den Verführungskünsten einer Studentin zu widerstehen, wird dann aber doch schwach. Seine italienische Frau Sofia (Greta Scarano) akzeptiert den Seitensprung nicht, verlässt ihren Mann und fährt mit ihren beiden Kindern von Heidelberg zu ihrem Vater Gianni (Gianni Di Gregorio) nach Rom.

Durch die überraschende Ankunft wird der geruhsame Alltag Giannis aber empfindlich gestört. Verbrachte er bislang die Zeit mit Freunden in einer Bar oder mit der Arbeit an einem Essay über die Langobarden, so wird er jetzt mit der Betreuung seiner beiden Enkel:innen voll eingespannt, während sein Arbeitszimmer von seiner Tochter in Beschlag genommen wird.

Gleichzeitig macht sich Helmut von Deutschland zu Fuß über die Alpen nach Rom auf, um Sofia seine Liebe zu beweisen, während diese selbst beginnt, alte Schulfreunde zu umgarnen. Aber in Giovanna gibt es auch eine kultivierte Rentnerin, die Giannis Herz zu erobern versucht, und die etwa 12-jährige Enkelin Olga schwärmt für den jungen Mitarbeiter des benachbarten Restaurants.

Wie gewohnt bei Di Gregorio besticht der warmherzige Erzählton, der liebevolle Blick auf die Menschen und ihre Fehler und die zutiefst menschliche Grundhaltung. Doch im Plädoyer für Versöhnlichkeit und Nachsicht tendiert der Film doch auch selbst zu allzu großer Glätte und Harmoniesucht bis zur Süßlichkeit.
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