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GB 2025, OV/df, 121', Regie: Kirk Jones, mit Peter Mullan, Shirley Henderson, Robert Aramayo
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Filmkritik von Walter Gasperi

Kirk Jones erzählt die Lebensgeschichte des am Tourette-Syndrom leidenden Schotten John Davidson als tragikomisches Feelgood-Movie: Ein von seinem großartigen Hauptdarsteller Robert Aramayo getragenes Biopic, das Akzeptanz gegenüber Menschen mit dieser Nervenkrankheit fördern soll und kann.

Der französische Neurologe und Psychiater Georges Gilles de la Tourette beschrieb schon 1884/85 das Krankheitsbild des nach ihm benannten Syndroms, doch erst 1993 wurde diese neuropsychiatrische Erkrankung des Nervensystems ins Krankheitsregister der WHO aufgenommen.

Schwer tut sich die Umwelt oft mit den Tics der Betroffenen, die motorisch unkontrolliert in Zuckungen verfallen und um sich schlagen oder auch verbal bedeutungslose Laute, Obszönitäten und Beschimpfungen von sich geben. Weil Unwissende nicht erkennen, dass dahinter keine Absicht steht, reagieren sie oft beleidigt oder auch mit Aggressionen.

Wie dies zu Konflikten führen kann, zeigte sich auch bei der heurigen Verleihung des britischen Filmpreises BAFTA. Aufgrund seiner Krankheit beschimpfte John Davidson, der als ausführender Produzent und Berater des ebenfalls nominierten Films "Verflucht normal" eingeladen war, die afroamerikanischen Schauspieler Michael B. Jordan und Delroy Lindo, die für eine Laudatio auf der Bühne standen, mit dem N-Wort. Als dieser Vorfall trotz zweistündiger Verzögerung unkommentiert im nationalen Fernsehen ausgestrahlt wurde, führte dies zu wochenlangen Diskussionen.

Wie Barry Levinsons "Rain Man" vor beinahe 40 Jahren eine breite Öffentlichkeit für die schwierige Situation von Menschen mit Autismus sensibilisierte, will Kirk Jones nun mit seinem Biopic über den 1971 geborenen Davidson die Akzeptanz gegenüber Menschen mit Tourette-Syndrom fördern, das erst seit etwa 2010 in einigen Spielfilmen wie Ralph Huettners "Vincent will Meer" ernsthaft thematisiert wird.

Jones folgt dabei dem klassischen Aufbau von Biopics, wenn er seinen Film im Jahr 2019 mit der Verleihung des Order of the British Empire durch Queen Elisabeth beginnen lässt, um dann in die Kindheit in den 1980er Jahren zurückzublenden und chronologisch Johns Leben zu erzählen.
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Kritiken 

National International
Roland Meier für outnow.ch - Catherine Bray für variety.com
- Michael Sennhauser in sennhausersfilmblog.ch Manohla Dargis für nytimes.com
  - Nell Minow für rogerebert.com
  - Peter Bradshaw für theguardian.com
   
Verleiher
Praesens Film