Hiver À Sokcho
Filmkritik von Walter Gasperi
Eine junge Koreanerin, die ihren französischen Vater nie kennengelernt hat, beginnt aufgrund der Begegnung mit einem französischen Touristen sich mit ihrer Identität auseinanderzusetzen: Ein leises und unaufdringliches, aber visuell bestechendes und berührendes Spielfilmdebüt von Koya Kamura.
Identifizieren konnte sich der französisch-japanische Regisseur Koya Kamura wohl mit der Schilderung einer multikulturellen Identität im 2016 erschienenen Debütroman "Hiver á Sokcho" von Elisa Shua Dusapin, die zwar als Kind in die Schweiz kam, aber französisch-koreanischer Herkunft ist. Spürbar ist die Vertrautheit mit der Psyche der Protagonistin in der feinfühligen Auslotung ihrer Unsicherheit und Zerrissenheit zwischen den Kulturen.
Nie hat die 23-jährige Koreanerin Soo-Ha (Bella Kim) ihren Vater kennengelernt. Ohne von der Schwangerschaft ihrer Mutter zu wissen, habe der französische Ingenieur Korea verlassen und sich nie mehr gemeldet. Soo-Ha scheint sich dieser Leerstelle in ihrem Leben scheint mit einem Studium der koreanischen und französischen Literatur genähert zu haben, doch inzwischen ist sie von Seoul in ihre am japanischen Meer und nahe der nordkoreanischen Grenze gelegene Heimatstadt Sokcho zurückgekehrt und sucht nach Orientierung.
Sie pendelt zwischen Besuchen bei ihrer auf dem Fischmarkt arbeitenden Mutter (Park Mi-hyeon), ihrem Freund Joon-oh (Gong Do-yu) , der eine Modelkarriere in Seoul anstrebt, und ihrer Arbeit in der einfachen Pension eines älteren Herrn, dessen Frau gestorben ist.
Wenn sie von Bekannten wegen ihrer Größe liebevoll "Bohnenstange" und wegen ihrer Französischkenntnisse "Miss France" genannt wird, wird spürbar, wie sie zwischen den Kulturen steht. Aber auch die Mutter, die sie zur Heirat mit Joon-oh drängen will, und dessen Aufforderung zu einer Schönheitsoperation nerven sie.
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