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H Is For Hawk

GB/US 2025, OV/df, 115', Regie: Philippa Lowthorpe, mit Brendan Gleeson, Claire Foy, Sam Spruell
H Is For Hawk

Filmkritik von Walter Gasperi

Eine britische Universitätsdozentin stürzt durch den plötzlichen Tod ihres geliebten Vaters in tiefe Trauer. Um dem Verstorbenen nahe zu sein, legt sie sich einen Habicht zu, verliert dabei aber zunehmend den Bezug zu ihrer Umwelt: Claire Foy brilliert in Philippa Lowthorpes feinfühliger Verfilmung von Helen Macdonalds autobiographischem Bestseller.

Schon in der ersten Szene, in der die Universitätsdozentin Helen Macdonald (Claire Foy) mit dem Fernrohr den Flug eines Habichts beobachtet, spürt man die Begeisterung der Britin für diese Raubvögel sowie im folgenden Telefonat die innige Beziehung zu ihrem Vater (Brendan Gleeson), der sie die Liebe zur Natur gelehrt hat.

Doch dann ist der renommierte Fotojournalist Alisdair Macdonald von einem Moment auf den anderen tot. Eindrücklich vermittelt Claire Foy die Erschütterung von Helen, die an der Uni von Cambridge unterrichtet und die Chance auf ein Stipendium am Max-Planck-Institut in Berlin hat.

Immer wieder brechen Erinnerungen an Erlebnisse mit dem Vater herein und Monate vergehen, doch die Trauer bleibt. Schließlich legt sie sich ein Habichtweibchen zu, gerade weil sie weiß, dass dieser Vogel äußerst schwer zu zähmen ist.

Viel Zeit lässt sich Philippa Lowthorpe ("Die Misswahl – Der Beginn einer Revolution", 2020), die gemeinsam mit der irischen Autorin Emma Donoghue auch für die Adaption von Helen Macdonalds 2014 erschienenem autobiographischen Bestseller verantwortlich zeichnet, für die detailreiche Schilderung dieser Zähmung und Abrichtung. Im genauen Blick und der Ausführlichkeit, mit der Einblick in die Schwierigkeiten geboten werden, wenn das Tier zunächst nicht fressen will, langsam an die Umwelt und schließlich an die Jagd in der Natur gewöhnt werden muss, spürt man Lowthorpes Herkunft vom Dokumentarfilm.

Intensiv vermittelt die 64-jährige Regisseurin bei einem Stadtspaziergang mit verstärkten Verkehrs- und Alltagsgeräuschen die hochempfindliche Wahrnehmung des Raubvogels und beschwört in Nahaufnahmen auch immer wieder eindringlich die Pracht dieses majestätischen Tiers. Nichts von der Süßlichkeit klassischer Mensch-Tier-Filme wie "Lassie" oder "Flipper" hat "H Is for Hawk" dabei aber, denn durchgehend lässt der Film auch die Gefährlichkeit dieses Tiers spüren und feiert mit fliegender Kamera mitreißend die ebenso präzise wie tödliche Jagd des Habichts auf Kleintiere wie einen Hasen.
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Kritiken 

National International
- Christoph Reiser für outnow.ch - Peter Bradshaw für theguardian.com
  - Alissa Wilkinson für nytimes.com
  - Isaac Feldberg für rogerebert.com
   
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