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Divine Comedy

IR 2025, OV/df, 98', Regie: Ali Asgari, mit Bahram Ark, Sadaf Asgari, Bahman Ark, Faezeh Rad
Divine Comedy

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein international gefeierter iranischer Filmemacher versucht, seinen neuesten Film trotz Aufführungsverbot in Teheran zu zeigen: Ali Asgari deckt mit bitterem Witz und gespickt mit filmischen Referenzen die Absurdität der Bürokratie und die Repressionen des iranischen Regimes auf, die sich immer wieder hinter Höflichkeiten verbergen.

Nachdem Ali Asgari nach dem dichten Sozialdrama "Until Tomorrow" in "Terrestrial Verses – Irdische Verse" zusammen mit Alireza Khatami in neun Episoden in spartanischer Form satirisch mit den Reglementierungen des iranischen Regimes abgerechnet hat, kommt "Dvine Comedy" scheinbar lockerer daher, steht aber im Kern an Biss und Bitterkeit den Vorgängerfilmen um nichts nach.

Gelöste Stimmung beschwören immer wieder Fahrten auf einer rosa Vespa durch Teheran. In Kontrast zu diesen bewegten und von jazziger Musik begleiteten Szenen steht der restliche Film, der von langen statischen Einstellungen bestimmt wird und in dem auf Musik verzichtet wird.

Gleichzeitig beginnt mit der einleitenden Fahrt aber auch schon das Spiel mit filmischen Referenzen, das sich durch diese Satire zieht. Nicht nur die Vespafahrt weckt nämlich Erinnerungen an Nanni Morettis "Caro Diario", sondern die Hauptfigur Bahram (Bahram Ark) ähnelt auch äußerlich dem italienischen Altmeister. Wie bei Moretti geht es auch bei Asgari autobiographisch ums Kino, das in seinem Fall aber durch die Repressionen des Regimes behindert wird.

Erfolgreich hat der Protagonist seinen neuen Film international aufgeführt, doch in seiner Heimat stößt er auf unüberwindbare Hindernisse. Da muss er sich schon beim Eingang zum Kulturministerium, um eingelassen zu werden, als sein eigener Bruder ausgeben, der ein erfolgreicher Regisseur (Bahman Ark) von Publikumshits ist. Höflich verläuft anschließend das Gespräch mit dem Beamten oder Minister, der Bahram als einen der zehn bedeutendsten Regisseure der Gegenwart lobt, doch dem Wunsch nach einer Vorführerlaubnis für seinen neuen Film wird er nicht nachgeben.

In einer mehrminütigen, statischen Halbtotalen filmt Asgari dieses Gespräch, bei dem der Vertreter der Staatsmacht unsichtbar bleibt. Ausführlich erklärt Bahram seine künstlerischen Entscheidungen, doch kein Verständnis zeigt der Beamte nicht nur für die Rolle, die ein als unrein geltender Hund im Film spielt, sondern auch dafür, dass der zur aserbeidschanischen Volksgruppe gehörende Regisseur in Aserbeidschanisch und nicht in der Amtssprache Farsi gedreht hat.

Doch trotz der Absage will sich Bahram nicht so schnell geschlagen geben. Mit seiner Produzentin Sadaf (Sadaf Asgari), die er aufgrund ihrer blauen Haare und ihrer Weigerung einen Hidschab zu tragen bei wichtigen Treffen lieber auf der Straße warten lässt, fährt er mit der Vespa durch Teheran, um trotz des Verbots eine Möglichkeit für eine Vorführung zu finden. Bei einem Kinobesitzer, der nur erfolgreiche, aber stupide Komödien zeigt, wird das Duo ebenso vorstellig, wie bei einem kokainsüchtigen Schauspieler und einer reichen Unternehmerin, die Filmvorführungen in ihrem Haus organisiert.
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Kritiken 

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