Newsletter093 / Begrüssung / 451°F - 451°F Film-Newsletter

Anzeige

Newsletter093

Schon als Teenager hat Giuseppe Valentino Kurzgeschichten geschrieben, doch den Anstoß, selbst einmal die Kamera in die Hand zu nehmen lieferten zwei Filme. Zum einen der polnische Spielfilm „Hands Up!“ von Jerzy Skolimowski aus dem Jahr 1967, und zum zweiten „Dilinger Is Dead“ vom italienischen Regisseur Marco Ferreri von 1969. Begeistert von diesen beiden Werken, bekam Giuseppe Valentino selbst Lust eine längere Geschichte zu schreiben und mit einer alten Super 8 Kamera startete er die ersten Versuche ins Filmmetier. Er besuchte Kurse, beispielsweise über Drehbuchschreiben und Filmlicht, und arbeitete später als Assistent bei einer Produktionsfirma in Bari in Süditalien und vertiefte dort sein filmisches Wissen. Seit nunmehr sieben Jahren lebt Giuseppe Valentino in der Schweiz und realisierte mehrere Projekte, wobei er sich an diversen filmischen Gattungen versuchte, wie den Dokumentarfilm, Kurzfilm oder Videoclips, die einen besonders wichtigen Stellenwert für ihn einnehmen. So drehte er zwei Clips für die Zürcher Rockabilly Truppe „Hillbilly Moon Exploison“, zum Song „The Brown Eyed Boy“ und zu „Live The Life“, der an einem Boxwettkampf in der Tonimolkerei gefilmt wurde. Letztes Jahr realisierte er einen Musikvideo zum Song "I'm Over With You" für die DVD „Surreal Folk Blues Gospel Trash Vol 3.“ von Reverend Beat-Man, die insgesamt 19 Videoclips enthält, die alle von verschiedenen Filmemachern fertig gestellt wurden. Giuseppe experimentierte dabei mit dem Licht, das separat aufgenommen und später über das Filmnegativ gelegt wurde und somit einen interessanten, psychedelischen Effekt entstehen liess. Auch bei der Erstaufführung von „Birth“, ein Zusammenschnitt aus Filmen der frühen Sowjetunion, arbeitete er mit der Band „Hard Coming Love“ zusammen, die an einem Themenabend über den Ostblock in der Galerie "Perla-Mode" live den Soundtrack zum Film lieferten (hier „Birth“ mit anderer Musik ansehen).
Das Budget für den Dreh solcher Musikvideos ist meist sehr klein, dennoch ist Giuseppe sehr daran interessiert für weitere Bands Videos herzustellen, da die Arbeit mit MusikerInnen seiner Meinung nach sehr anregend ist und so viele neue Erfahrungen gemacht werden können. Und mit wenig Geld ein Projekt zu realisieren kann einen durchaus auch zu kreativen Leistungen beflügeln. Wie beispielsweise im Film „WE“, der sich momentan in der Postproduktion befindet. Der Film spielt in der Zukunft und handelt von einer Welt, der das Erdöl ausgegangen ist, und wie die Menschheit auf das Chaos in einer solchen Endzeitstimmung reagiert. Ohne grosse finanzielle Mittel ist es natürlich schwierig einen Sciencefiction-Film mit beeindruckenden Spezialeffekten zu machen. Für Giuseppe Valentino ging es somit auch mehr darum die Stimmung und ein Gefühl für diese Zukunft zu vermitteln, als sie explizit in Bildern festzuhalten, was zwar bisweilen anstrengend sein kann, aber auch grossen Raum zum Experimentieren mit neuen filmischen Mitteln und Formen bietet.
Christoph Sulser

Weitere Filme von Giuseppe Valentino ansehen: "The 100Km/h Maniac" - "Zelot" - "Rumore"

Anzeige