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Sonntagmorgen in Tokyo. Eine Gruppe von Rockabillys, mit Lederjacken und spitzen Schuhen bekleidet, trifft sich in einem Park. Die Elvistolle sitzt, es wird Bier getrunken und aus einer Musikanlage dröhnt trashiger Rock’n’Roll. Die ersten beginnen ihre Hüften zu schwingen. Bald darauf tanzt die ganze Gruppe und zelebriert mitten in der Stadt ihren Lebensstil, umringt von neugierigen Fussgängern.
John Canciani hat dieses Phänomen der japanischen Subkultur in seinem Film „Tokyo Rock’n’Roll“ festgehalten. Als grosser Filmfan besitzt er eine Sammlung von über 1000 DVD’s, die von Klassikern zu Arthouse-Filmen bis zu japanischen Samurai und Underground- Filmen reicht. Den letzten Antrieb selbst eine Videokamera in die Hand zu nehmen, lieferte schliesslich Lars von Trier, der in einem Zeitungsinterview sagte, dass ein Film zu drehen einfacher sei als man denke. Zusätzlich beschäftigte sich John Canciani schon seit seiner Jugend mit Fotografie, wobei er in diesem Bereich versucht die Realität so abzubilden, wie sie ist, und nicht etwas Inszeniertes zeigen möchte. Auch „Tokyo Rock’n’Roll“ besitzt einen dokumentarischen Charakter, jedoch nicht im klassischen Sinne. Der Film erinnert mehr an die Dokumentarfilme der britischen Free Cinema Bewegung der 50er Jahre. Ohne kommentierende Dialoge wird das Gefilmte dem Betrachter vorgeführt. Weiter wuchs sein Interesse am Filmemachen durch den Filmclub „La Pelicula“, der John in Winterthur programmiert hat. Mittlerweile ist er auch für die Programmation und die Durchführung der Kurzfilmabende „Kurz&Knapp“ in Winterthur zuständig. John Canciani, der die Fotografie und das Filmemachen autodidaktisch erlernt hat, arbeitet zur Zeit nicht hauptberuflich auf diesem Feld, möchte sich jedoch in Zukunft mehr Zeit nehmen sich seiner Leidenschaft zu widmen.
Christoph Sulser

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