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Das Hauptinteresse am Film liegt für Klaus Fromherz am Erforschen des Mediums selbst. Das Experimentieren mit den Möglichkeiten, die z.B. ein Filmstreifen mit seinen 24 Stills pro Sekunde und seiner Tonspur bietet. So kopierte er für seinen Film „35mm-Musik“ mehrheitlich abstrakte Bilder auf eine Folie und montierte sie direkt über die Bild- und Tonspur, um auf diese Weise sowohl Bilder als auch Klänge zu erzeugen. Kommenden November wird der Film in den Anthology Film Archives in New York aufgeführt. Im „Kinok-Trailer“ wiederum verwendet er verschiedene Animationstechniken wie Zeichentrick, Computeranimation oder Zeitraffer und montiert sie in Kontrast zu den anderen Filmelementen Schrift, Ton und Sprache. In solchen Arbeiten wird der Film als Material spürbar, in den besten Momenten gelingt es Klaus Fromherz, die rohe Energie, die dem Medium innewohnt, freizulegen. Aber nicht nur das Experimentieren mit Filmen interessiert ihn, er sucht sich auch andere Herausforderungen. Im Auftrag des uma-institut Luzern drehte er seinen ersten Dokumentarfilm „walkAway“, der über ein Jugendritual berichtet. Im Gegensatz zu seinen Experimentalfilmen stand bei dieser Produktion das feinfühlige Drehen und Editieren im Schneideraum im Vordergrund.
Christoph Sulser