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Während wir am Schlussabend des 61. Filmfestivals Locarno den GewinnerInnen auf der Piazza Grande applaudieren, beginnt der Erdschatten den Mond zu verdecken. Das Sitzfleisch liegt definitiv wund, die Augen brennen und auch des Klatschens sind wir langsam müde. Es war einmal mehr keine leichte Kost. Haben wir, wie die Festivalleitung betont, neue cineastische Entdeckungen gemacht?
Bestimmt war die lateinamerikanische Filmreihe sehr bereichernd. In meist langsamem Erzählrhythmus werden einfühlsam die Probleme und Sorgen der einfachen Leute geschildert. So wird auch der mexikanische Beitrag "Parque Via" von Enrique Rivero mit dem Goldenen Leoparden geehrt.
Etwas wenig asiatische Filme waren dieses Jahr vertreten, wenn man die beiden starken, in der Nordost-Türkei angesiedelten Wettbewerbsbeiträge „Sonbahar“ (Preis Art & Essai CICAE) und „The Market“ (Bester Schauspieler Tayanç Ayaydin) nicht dazu zählt. In beiden Filmen ist der Hauptprotagonist ein Mann. Die Frauen dienen vor allem nett zu, versprühen bestenfalls etwas Hoffnung. Hier geht es um Ehre, um den Kampf um ein besseres Leben und gegen die schlussendlich immer übermächtigen Oberen, in „Sonbahar“ ist es der Staat, in „The Market“ sind es die Kleinkriminellen. Beide haben ein anscheinend unbezwingbares Netz über die Türkei gespannt.
Was beide Filme auszeichnet, sind neben den rührenden Geschichten die prachtvoll eingefangenen Einstellungen der atemberaubenden anatolischen Landschaften.
Alle GewinnerInnen des 61. Filmfestivals Locarno findet ihr hier.

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