Ticketverlosung und Mittagskino: L'Étranger
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Filmkritik von Walter Gasperi
François Ozons Adaption von Albert Camus´ existentialistischem Roman ist von Zurückhaltung und Respekt gekennzeichnet, setzt aber mit der stärkeren Thematisierung von Kolonialismus und Rassismus auch eigene Akzente: Eine kühle Literaturverfilmung, die durch die bestechenden Schwarzweißbilder und den genau kontrollierten Erzählrhythmus große Intensität entwickelt.
Schon 1967 hat Luchino Visconti Albert Camus´ 1942 erschienen Roman "L´étranger" mit Marcello Mastroianni in der Hauptrolle verfilmt. Bestenfalls gemischt fielen damals die Kritiken aus, eine Neubetrachtung wäre anlässlich von François Ozons Neuverfilmung reizvoll.
Ein Unterschied ergibt sich zwischen den beiden Verfilmungen schon dadurch, dass Visconti in Farbe, Ozon aber in Schwarzweiß drehte. Fast mehr noch als durch Kostüme und Ausstattung evoziert er durch die exquisiten Bilder von Kameramann Manuel Dacosse die Stimmung des Algeriens der späten 1930er Jahre. Keinen visuellen Bruch gibt es hier zwischen dem Marcel Pagnol-Film " Le Schpountz" (1938), den der Protagonist Meursault (Benjamin Voisin) und seine Geliebte Marie (Rebecca Marder) im Kino sehen, und dem eigentlichen Film.
Zudem hat Ozon, der mit "Der Fremde" erstmals einen klassischen Roman verfilmt hat und erneut seine Vielseitigkeit beweist, Wochenschaumaterial vorangestellt, in dem die französische Kolonialmacht die kulturelle Förderung des angeblich einst so chaotischen Algier feiert. Spannungen werden hier aber schon sichtbar, wenn einem Graffiti, das die Unabhängigkeit Algeriens fordert, ein "Vive la France" auf einem Plakat gegenübersteht.
Dieses Spannungsfeld von französischer Kolonialmacht und arabischer Bevölkerung wird auch akzentuiert, wenn der Franzose Meursault in der ersten Szene in eine Gefängniszelle geworfen wird, die gefüllt mit Arabern ist. Wie im klassischen Film noir bestimmt Determinismus den Film, wenn er auf die Frage nach seinem Vergehen antwortet "Ich habe einen Araber getötet" und eine Rückblende einsetzt: Das Ende ist von Anfang an vorbestimmt, unweigerlich muss die Handlung auf den Mord hinauslaufen.
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