The North

NL 2025, OV/df, 131', Regie: Bart Schrijver, mit Bart Harder, Carlos Pulido
The North

Filmkritik von Walter Gasperi

Zwei Freunde wandern einen Monat lang durch die schottischen Highlands: In großartiger Landschaft entwickelt der Niederländer Bart Schrijver einen aufregend unspektakulären, fast dokumentarischen Spielfilm, der auf alle Neben- und Hintergrundgeschichten verzichtet und sich ganz auf seine beiden Protagonisten und den Alltag des Wanderns konzentriert.

Zu Schwarzfilm hört man plätschernden Regen und dann das Gespräch zweier Männer, die über einen letzten gemeinsamen Abend sprechen, den sie mit dem Kartenspiel Uno und Bier verbringen werden. - Der Regen und Uno werden die beiden Protagonisten und die Zuschauer:innen die folgenden 130 Minuten begleiten.

Mit dem Insert "10 Jahre später" setzt die eigentliche Handlung ein. Auf jede Exposition verzichtet Bart Schrijer, sondern lässt die Kamera in Parallelfahrt dem Niederländer Chris und dem Spanier Lluis sofort mit ihren großen Rücksäcken durch ein schottisches Dorf zu einem Markierungspunkt folgen, bei dem der West Highland Trail beginnt.

Nicht nur diesen 154 Kilometer langen Fernwanderweg wollen die beiden Männer in den kommenden rund 30 Tage bewältigen, sondern anschließend auch den Cape Wrath Trail, der nach 321 Kilometer am nordwestlichsten Punkt Großbritanniens endet.

Beiläufig erfährt man nur etwas über die beiden Protagonisten. Die Gespräche kreisen vielfach um das beim Wandern Alltägliche von der Wahl des nächsten Zeltplatzes bis zu den Speisen. Rasch treten freilich Gegensätze zutage, wenn Chris immer wieder am Handy hängt, um mit seinen Mitarbeitern berufliche Fragen zu besprechen oder seine Freundin über die Reise zu informieren, während Lluis jeden Kontakt nach außen vermeidet und sich auch zunehmend zurückzieht.

Während Lluis nur wandern und den Weg hinter sich bringen will, um sich damit wohl auch selbst etwas zu beweisen, genießt Chris immer wieder die großartige Landschaft und will auch Abstecher machen, um beispielsweise spektakuläre Wasserfälle zu besichtigen. Und während Lluis mit analogen Landkarten arbeiten will, setzt Chris auf die GPS Daten des Handys.
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Kritiken 

National International
  - Jason Knight für ukfilmreview.co.uk
  - Phil Hoad für theguardian.com
  - Melanie Goodfellow für deadline.com
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