Marty Supreme

US/FI 2025, OV/df, 150', Regie: Josh Safdie, mit Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Tyler the Creator
Marty Supreme

Filmkritik von Walter Gasperi

Im New York der frühen 1950er Jahre träumt ein junger Schuhverkäufer vom Weltmeistertitel im Tischtennis: Josh Safdies für neun Oscars nominierte Tragikomödie ist keine Erfolgsgeschichte, sondern ein von einem überragenden Timothée Chalamet getragenes, atemloses Porträt eines ebenso überheblichen wie redegewandten Antihelden.

Schon mit der ersten Einstellung wird man auf die Perspektive Marty Mausers eingeschworen. Hautnah folgt die Kamera von Darius Khondji dem jungen Mann durch das Lager des Schuhgeschäfts seines Onkels – und wird ihm auch später förmlich im Rücken oder am Gesicht kleben. Eloquent berät Marty seine Kundinnen, bis seine Nachbarin Rachel ihn sprechen will. Diese ist zwar verheiratet, dennoch verschwindet er mit ihr zum schnellen Sex im Lager.

Zum Vorspann und dem nicht zeitgenössischen, sondern aus den 1980er Jahren stammendem Alphaville-Hit "Forever Young" zeigt Josh Safdie, wie Spermien auf eine Eizelle zusteuern und diese schließlich befruchtet wird. Die damit angedeutete Schwangerschaft Rachels zieht sich durch den Film, doch Marty interessiert seine Freundin nur am Rande, sein Fokus liegt ganz auf seinem Traum von einer Karriere als professioneller Tischtennisspieler. So bestiehlt er auch kurzerhand seinen Onkel, um die Reise zum British Open in London finanzieren zu können, logiert dort aber nicht in der vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Unterkunft, sondern nimmt sich eine Suite im Luxushotel Ritz.

Großspurig kündigt er, der sich selbst dem Filmtitel entsprechend für den Besten ("Supreme") hält, seinen Sieg an, wird aber im Finale von einem Japaner, die erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder an einem internationalen Sportturnier teilnehmen dürfen, regelrecht gedemütigt. Revanche will Marty dafür aber unbedingt bei den folgenden Weltmeisterschaften in Tokio nehmen.

Knapp gehalten sind die Tischtennisszenen. Durch schnellen Schnitt werden sie beim Turnier in London geschickt gerafft, mit einer Montagesequenz wird die Tischtennisshow mit den Harlem Globetrotters , die Marty um die halbe Welt führt und bei der mit Miniaturtischen, Kochtöpfen als Schläger oder einer Robbe als Gegner das Publikum unterhalten wird, abgehandelt.
Weiter zur ganzen Filmkritik auf film-netz.com

Kritiken 

National International
- Tino Savas für outnow.ch - Björn Becher für filmstarts.de
- Michael Sennhauser in sennhausersfilmblog.ch - Peter Debruge für variety.com
- Sandra Steffan für srf.ch - David Rooney für hollywoodreporter.com
- Gabriela Tscharner für filmbulletin.ch - David Ehrlich für indiewire.com
- Simone Meier für watson.ch - Peter Bradshaw für theguardian.com
- Jan Gross für maximumcinema.ch - Tim Grierson für screendaily.com
Verleiher
Ascot-Elite
Powered by eZ Publish™ CMS Open Source Web Content Management. Copyright © 1999-2024 7x (except where otherwise noted). All rights reserved.