Bestimmt war der Erfolgsdruck für Fatih Akin enorm gross, nach "Gegen die Wand" einen weiteren Film zu drehen. Bestimmt hatte ich auch eine hohe Erwartung, als ich "Auf der anderen Seite" schauen ging. Und Akin hat mich nicht enttäuscht. War Gegen die Wand sehr roh, egozentrisch und kraftvoll, kommt auf der anderen Seite viel feiner und ruhiger daher und geht tiefer auf die Gefühle der Protagonisten ein. Dass als Vorbild Alejandro Gonzales Inarritu unverkennbar ist (Guillermo Arriaga, der schon für Inarritu arbeitete, hat das Drehbuch assistiert), merkt man sehr schnell an den Handlungssträngen und Zusammenhängen der Protagonisten. Das ist ein Haken des Films, er wirkt sehr konstruiert. Die Zufälle und Begebenheiten erzeugen aber auch grosse Spannung. So wird der Film in 2 Stunden nie langweilig. Und die Schauspieler sind toll, allen voran Hanna Schygulla, die nach "Winterreise" nochmals eine Meisterleistung zeigt. Sicher einer der stärksten Filme der letzten Zeit.
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ray
(05.11.2007 15:28)