No Other Choice

KR 2025, OV/df, 139', Regie: Park Chan-wook, mit Lee Byung-hun, Son Ye-jin, Park Hee-soon
No Other Choice

Filmkritik von Walter Gasperi

Stilistisch brillant, sehr unterhaltsam, aber auch ausfransend: Park Chan-wook lässt in seiner schwarzhumorigen Gesellschaftssatire einen Papierfacharbeiter im Kampf um einen Arbeitsplatz nicht gegen die Bosse rebellieren, sondern seine Konkurrenten eliminieren.

Das Thema und der Stoff sind nicht neu: Schon 1997 begann in Donald E. Westlakes Kriminalroman "The Ax" ein entlassener Manager einer Papierfabrik nach 18 Monaten zermürbender Arbeitslosigkeit sieben Konkurrenten um einen Job zu beseitigen. Acht Jahre später verfilmte Costa-Gavras, dem Park Chan-wook seinen Film widmet, den Roman unter dem Titel "Le couperet". Der Meister des Politthrillers verlegte nicht nur die Handlung nach Frankreich, sondern mischte auch Thriller mit bissiger Satire.

Die Themen Arbeitslosigkeit, "Umstrukturierung" und Kampf um einen Job haben in Zeiten von KI nichts an Relevanz verloren, sondern wohl noch gewonnen. In einer beunruhigenden Zukunft – oder vielleicht schon Gegenwart – kommt Park ("Old Boy", "Decision to Leave – Die Frau im Nebel") spätestens in der großartigen Schlussszene an. Davor verlegte dieser große Stilist des koreanischen Kinos die Handlung vor allem in sein Heimatland und setzte statt auf Thrillerspannung auf eine lustvoll überzogene, schwarzhumorige Satire.

Seine Meisterschaft beweist Park schon in der Eröffnungsszene, in der er herrlich kitschig das Familienidyll des als Manager in der Papierbranche arbeitenden Man-su (Lee Byung-hun) überzeichnet. In herbstlich bunter Natur grillt der etwa 50-Jährige im Garten der großen Villa, die er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern bewohnt. Zwei große Golden Retriever tollen durch den Garten, sowohl er als auch seine Frau fahren große Wagen, das Töchterchen nimmt Cello-Stunden und die Ehefrau spielt regelmäßig Tennis.

Perfekt scheint das Familienleben, doch dann übernimmt ein US-Konzern die Papierfirma und Man-su wird entlassen. Für einen Koreaner bedeutet das aber nicht nur Jobverlust, sondern geradezu eine Hinrichtung. Park rafft die Bemühungen Man-sus einen neuen Job zu finden, lässt ihn im Lager eines Kaufhauses arbeiten, Kurse zur Stärkung des Selbstwertgefühls besuchen und macht auch den materiellen Abstieg sichtbar: Die Hunde müssen den Großeltern übergeben werden, das Netflix-Abo – ein Seitenhieb gegen den Streaming-Giganten – wird gekündigt, die Gattin nimmt statt Tennis zu spielen einen Teilzeitjob als Zahnarztassistentin an und auch der Verkauf des Hauses droht.
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