Folichonneries

CA 2025 F/d, 101', Regie: Eric K. Boulianne, mit Eric K. Boulianne, Catherine Chabot, Florence Blain Mbaye
Folichonneries

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein Paar beschließt nach 16 gemeinsamen Jahren seiner Beziehung durch Öffnung für sexuelle Abenteuer neuen Schwung zu verleihen: Getragen von zwei blendend harmonierenden Hauptdarsteller:innen und spritzigen Dialogen, erzählt Eric K. Boulianne mit großer Offenheit und viel Witz von neuer Lust und Lebensfreude durch die Entdeckung bislang unbekannter Begierden.

Schon die erste Szene stimmt auf die erfrischende Offenheit und Unverblümtheit des Langfilmdebüts des renommierten frankokanadischen Drehbuchautors Eric K. Boulianne ein: Während die Kamera von François Messier-Rheault in einer mehrminütigen statischen Einstellung auf François (Eric K. Boulianne) und Julie (Catherine Chabot) fokussiert, erzählt ihnen ein unsichtbar bleibendes jüngeres Paar detailreich von seinen sexuellen Praktiken, von Hygienefragen beim Oralsex und seiner offenen Beziehung.

Interessiert hören François und Julie, die seit 16 Jahren ein Paar sind und zwei Töchter im Grundschulalter haben, zu, sagen selbst aber nur wenig. Sie behaupten zwar glücklich zu sein, müssen aber doch zugeben, dass ihre Beziehung quasi auf Autopilot läuft, in Routine erstarrt ist und Lust und Leidenschaft sich verflüchtigt haben.

Auch vor ihren Töchtern Lili (Simone Bellemare-Ledoux) und Louise (Agathe Ledoux) können sie ihre Krise nicht verbergen. Zu den schönsten Szenen des Films zählt so, wie die beiden Mädchen ihre Eltern immer wieder mitleidlos-kühl durchschauen. Sie merken nämlich genau, dass die Stimmung beim Abendessen eben nicht chillig, sondern angespannt ist, decken Selbsttäuschungen und Lebenslügen unbarmherzig auf und sorgen auch für einen Konflikt mit der Lehrerin, wenn Louise in der Schule mit einem Tafelbild die verwickelten polyamourösen Beziehungen ihrer Eltern graphisch darstellt.

Im Zentrum stehen aber die Folgen der sexuellen Öffnung auf die Beziehung des Paares. In sechs Kapiteln zeichnet Boulianne nach, wie François und Julie zwar außereheliche Abenteuer suchen, durch die ihre Lust wieder geweckt werden soll, aber ihre eigene Beziehung dadurch keinesfalls gefährden wollen. Doch auf die anfängliche Unsicherheit und Unbeholfenheit bei einem Treffen mit einem anderen Paar in einem Hotelzimmer folgen bald Eifersüchteleien, da sich bei diesen Experimenten bald Julie, bald François ausgeschlossen fühlt.
Weiter zur ganzen Filmkritik auf film-netz.com

Kinos

Zürich Bern Luzern Winterthur St. Gallen        
       

Kritiken 

National International
  - Safron Maeve für theglobeandmail.com
   
Verleiher
Frenetic Films
Powered by eZ Publish™ CMS Open Source Web Content Management. Copyright © 1999-2024 7x (except where otherwise noted). All rights reserved.