DJ Ahmet

MK 2025, OV/df, 100', Regie: Georgi M. Unkovski, mit Arif Jakup, Agush Agushev, Dora Akan Zlatanova
DJ Ahmet

Walter Gasperi

Das Coming-of-Age in der bäuerlichen Welt Nordmazedoniens kann zu Konflikten führen, wenn jugendliche Träume von selbstbestimmtem Leben auf patriarchale Traditionen treffen: Georgi M. Unkovskis Spielfilmdebüt ist genau im Blick auf das Spannungsfeld von Tradition und Fortschritt, besticht aber auch durch seine warmherzige und von Humor durchzogene Erzählweise und seine authentischen Schauspieler:innen.

Ein malerisches Bild des ländlichen Nordmazedonien evozieren Georgi M. Unkovski und sein Kameramann Naum Doksevski, wenn sie in prächtigen Totalen die weiten, in warmes Gelbbraun und Grün getauchten Felder und Hügel einfangen. Auch die in kräftigen Farben leuchtenden bunten Kleider der Frauen verbreiten Lebensfreude und Vitalität.

In scharfem Kontrast dazu steht aber die patriarchale Gesellschaft, in der das Leben von Traditionen bestimmt ist und neben harter Arbeit kaum Platz für Vergnügen bleibt. An Vittorio und Paolo Tavianis Meisterwerk "Padre Padrone" (1977) erinnert, wie der Vater (Aksel Mehmet) seinen 15-jährigen Sohn Ahmet (Arif Jakub) aus der Schule nimmt, um die Schafe zu hüten. Zudem soll sich der Teenager um seinen kleinen Bruder Naim (Agush Agushev) kümmern, der seit dem Tod der Mutter nicht mehr spricht.

Gefühle wie Trauer und Schmerz zeigen die Männer in dieser Welt nicht. Statt den Verlust der Mutter zu thematisieren, wird dieser verdrängt und statt zu versuchen, sich auf Naim und sein Schweigen feinfühlig einzulassen, gibt der Vater lieber Geld für einen dubiosen Heiler aus.

Tradition und Fortschritt treffen aber auch aufeinander, wenn Ahmet dem Iman des Dorfes beim Einrichten des Facebook-Accounts und einer Lautsprecheranlage am Minarett hilft, durch die die Bevölkerung eindringlicher an Gebet und Besuch der Moschee erinnert werden soll. Von Witz durchzogen ist diese Szene, vermittelt aber gleichzeitig prägnant das Spannungsfeld, das diese bäuerliche Gesellschaft bestimmt.
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Kritiken 

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- Roland Meier für outnow.ch - Alexandra Seitz für epd-film.de
- Michael Sennhauser in sennhausersfilmblog.ch - Ulf Lepelmeier für filmstarts.de
  - Carlos Aguilar für variety.com
  - Amber Wilkinson für screendaily.com
  - Jordan Mintzer für hollywoodreporter.com
  - Cath Clarke für theguardian.com
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Trigon Film
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