Becaària

CH 2026, OV/df, 108, Regie: Erik Bernasconi, mit Francesco Tozzi, Sinéad Thornhill, Giacomo Sonzogni
Becaària

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein unsicherer 16-Jähriger findet im Sommer 1977 durch harte bäuerliche Arbeit in den Tessiner Bergen und mehrere Begegnungen nicht nur Orientierung, sondern entdeckt auch die Liebe: Erik Bernasconi erzählt eine klassische Coming-of-Age-Geschichte, die durch natürliche Schauspieler:innen, sorgfältige Einbettung ins geographische und historische Ambiente und feinfühlige Inszenierung begeistert.

Coming-of-Age-Filme gibt es schon viele und absolut nichts Neues erzählt der 1973 im Tessin geborene Erik Bernasconi in seinem dritten Spielfilm, doch in jeder Szene spürt man, wie viel Herzblut und Liebe in "Becaària" steckt. Seit er Giorgio Genetellis gleichnamigen Roman kurz nach seiner Veröffentlichung 2011 las, plante Bernasconi eine Verfilmung, doch 15 Jahre sollten bis zur Umsetzung vergehen.

Kurz bevor schließlich die Dreharbeiten am 1. Juli 2024 beginnen sollten, verwüsteten schwere Überschwemmungen in der Nacht von 29. auf 30 Juni Teile des Maggiatals. Dennoch konnte durch den Einsatz der Bevölkerung mit nur zwei Wochen Verspätung mit dem Dreh begonnen werden. Den Opfern dieser Katastrophe, von der im Film nichts zu spüren und zu sehen ist, hat Bernasconi seinen Film nun gewidmet.

Im Mittelpunkt des im Tessin des Jahres 1977 spielenden Films steht der 16-jährige Mario, der mit Begeisterung Fußball spielt und zeichnet, aber mit Widerwillen aufs Gymnasium geht und gegen seine Lehrer rebelliert. Gegenüber Mädchen ist er dagegen unsicher und hat auch keine Pläne hinsichtlich seiner Zukunft. Ein katastrophales Schulzeugnis führt zum heftigen Konflikt mit seinem Vater, der sich eine Tankstelle aufgebaut hat, deren Zukunft aber auch durch den Autobahnbau bedroht ist.

So schickt der Vater Mario für den Sommer zu einem Bauernehepaar in ein Tessiner Bergdorf, damit er dort arbeiten lernt und vielleicht auch Orientierung findet. Statt faul herumliegen heißt es nun frühmorgens aufstehen, um Zaunpfähle einzuschlagen oder steile Wiesen mit der Sense zu mähen.
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Kritiken 

National International
- Hanspeter Stalder in der-andere-film.ch - Muriel Del Don für cineuropa.org
- Madeleine Hirsiger für arttv.ch  
- Danja Nüesch für srf.ch  
- Michael Sennhauser in sennhausersfilmblog.ch  
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