Broken English

GB 2025, OV/df, 99', Regie: Jane Pollard, Iain Forsyth, mit Tilda Swinton, George MacKay, Calvin Demba

Unter der Leitung von Tilda Swinton bietet das Porträt der Sängerin Marianne Faithfull an, ihre reichhaltige und ereignisreiche Vergangenheit (Ex-Freundin von Mick Jagger, Filmschauspielerin) neu zu rahmen. 

Father Mother Sister Brother

US/IE/FR 2025, OV/df, 110', Regie: Jim Jarmusch, mit Cate Blanchett, Adam Driver, Mayim Bialik

Filmkritik von Walter Gasperi

In seinem in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneten 14. Spielfilm erzählt die 73-jährige US-Indie-Ikone Jim Jarmusch drei voneinander unabhängige Geschichten über Familienbesuche: Ein von einem großartigen Ensemble und meisterhaften Dialogen getragenes und von sanftem Witz und Melancholie durchzogenes, lakonisches Triptychon über Entfremdung und die Unfähigkeit zu echter Kommunikation.

Gelbe Briefe

DE 2025, OV/df, 128', Regie: Ilker Çatak, mit Özgü Namal, Tansu Biçer, Aziz Çapkurt

76. Berlinale 2026: Goldener Bär

Filmkritik von Walter Gasperi

Der Erfolg des dichten Kammerspiels "Das Lehrerzimmer" (2023) schraubte die Erwartungen an den neuen Film von İlker Çatak in die Höhe. Ganz kann er diese mit "Gelbe Briefe" nicht erfüllen, ein starkes Drama ist ihm aber dennoch gelungen. Dynamik erzeugen Çatak und seine Kamerafrau Judith Kaufmann mit beweglicher Kamera schon in der ersten Szene, in der die Schauspielerin Derya bei der Premiere des von ihrem Mann inszenierten Stücks bejubelt wird.

Hanami

CH/PT/CV 2024, OV/df, 96', Regie: Denise Fernandes, mit Sanaya Andrade, Alice Da Luz, Dailma Mendes

Auf einer abgelegenen Vulkaninsel, von der alle wegwollen, lernt Nana zu bleiben. Ihre Mutter Nia, die an einer mysteriösen Krankheit leidet, verlässt die Insel bald nach ihrer Geburt. Als Nana hohes Fieber bekommt und zur Behandlung an den Fuss eines Vulkans geschickt wird, begegnet sie einer Welt zwischen Traum und Wirklichkeit. Jahre später, als Nana ein Teenager ist, kehrt Nia zurück.

L'Étranger

FR 2025, F/d, 123', Regie: François Ozon, mit Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin

Filmkritik von Walter Gasperi

François Ozons Adaption von Albert Camus´ existentialistischem Roman ist von Zurückhaltung und Respekt gekennzeichnet, setzt aber mit der stärkeren Thematisierung von Kolonialismus und Rassismus auch eigene Akzente: Eine kühle Literaturverfilmung, die durch die bestechenden Schwarzweißbilder und den genau kontrollierten Erzählrhythmus große Intensität entwickelt.

Melodie

CH 2025, OV/df, 87', Regie: Anka Schmid, Dokumentarfilm

Menschen unterschiedlicher Herkunft geben sich allein oder in Gemeinschaft dem Gesang hin. Singen gibt über alle Lebenslagen hinweg ein Gefühl von Kraft, Glück und Trost, es berührt unsere Seele und weckt unsere Erinnerungen. Von der Tessiner Rapperin zur kurdischen Flüchtlingsfamilie, vom Frühgeborenen bis zu Menschen mit Demenz schafft Gesang Vertrauen und Wohlbefinden. 

Namaste Seelisberg

CH 2026, CH-Dial./E/df, 94', Regie: Felice Zenoni, Dokumentarfilm

Direkt oberhalb der Rütli-Wiese, hoch über dem Vierwaldstättersee, liegt das idyllische Seelisberg. 1971 nimmt der indische Guru Maharishi Mahesh Yogi das Dorf samt zwei geschichtsträchtigen Hotelanlagen für sich und seine als Sekte verschriene Bewegung in Beschlag. Die Einheimischen laufen Sturm, bitten selbst den Bundesrat um Hilfe. 

No Other Choice

KR 2025, OV/df, 139', Regie: Park Chan-wook, mit Lee Byung-hun, Son Ye-jin, Park Hee-soon

Filmkritik von Walter Gasperi

Stilistisch brillant, sehr unterhaltsam, aber auch ausfransend: Park Chan-wook lässt in seiner schwarzhumorigen Gesellschaftssatire einen Papierfacharbeiter im Kampf um einen Arbeitsplatz nicht gegen die Bosse rebellieren, sondern seine Konkurrenten eliminieren.

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Promis Le Ciel

TN 2025, OV/df, 92', Regie: Erige Sahiri, mit Aïssa Maïga, Debora Lobe Naney, Laetitia Ky

Filmkritik von Walter Gasperi

Erige Sehiri schildert den Alltag von drei Frauen aus der Elfenbeinküste, die sich in Tunis eine Wohnung teilen: Eine warmherzige Feier weiblichen Überlebenswillens trotz Repressionen und Rassismus.

Sentimental Value

NO 2024, OV/df, 133', Regie: Regie: Joachim Trier, mit Renate Reinsve, Inga Ibsdotter Lilleaas, Stellan Skarsgård

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein egozentrischer Regisseur, dem die Karriere immer wichtiger war als die Familie, und seine zwei gegensätzlichen Töchter: Joachim Trier erzählt in seinem in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichneten sechsten Spielfilm feinfühlig und vielschichtig ein klassisches Familiendrama um Kunst und Leben, um Entfremdung und Sehnsucht nach Versöhnung.

Silent Friend

DE, HU, FR, CN, 2025, D/E/df, 148', Regie: Ildikó Enyedii, mit Tony Leung Chiu-Wai, Luna Wedler, Léa Seydoux

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein mächtiger, fast 200 Jahre alter Ginkgobaum dient der Ungarin Ildikó Enyedi als Bindeglied für drei Anfang des 20. Jahrhunderts, in den frühen 1970er Jahren und 2020 spielende Geschichten um wissenschaftliche Neugier, Offenheit und Achtsamkeit: Ein wunderbar leichthändiges, von feinem Humor durchzogenes, poetisches Meisterwerk.

The Secret Agent

BR 2025, OV/df, 160', Regie: Kleber Mendonça Filho, mit Wagner Moura, Maria Fernanda Candido, Gabriel Leone

Filmkritik von Walter Gasperi

Kleber Mendonça Filho zeichnet in seinem in Cannes mehrfach preisgekrönten, packenden Politthriller ein atmosphärisch dichtes Bild des von Polizeiwillkür, Korruption, Angst und Verunsicherung geprägten Brasilien der Militärdiktatur der 1970er Jahre: Virtuos aufgebautes, inhaltlich vielschichtiges und visuell aufregendes Kino, das souverän die Spannung über 158 Minuten aufrecht hält.

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