Der Held Vom Bahnhof Friedrichstrasse

DE 2025, D, 114', Regie: Wolfgang Becker, mit Charly Hübner, Christiane Paul, Leon Ullrich

Filmkritik von Walter Gasperi

"Good Bye, Lenin!"-Regisseur Wolfgang Becker erzählt in seinem letzten Spielfilm leichthändig von einem vermeintlichen Helden der ehemaligen DDR, von Wahrheit und Lüge, falschen Geschichtsbildern und Erinnerungskultur – und vom Aufblühen einer Liebe: Eine vor Witz sprühende, wunderbar ironische und von einem herausragenden Ensemble getragene, schwungvolle Komödie.

Father Mother Sister Brother

US/IE/FR 2025, OV/df, 110', Regie: Jim Jarmusch, mit Cate Blanchett, Adam Driver, Mayim Bialik

Die Geschwister Emily und Jeff besuchen ihren Vater in seinem abgelegenen Haus an einem malerischen Ort im Nordosten der USA. Seit dem Tod ihrer Mutter lebt er allein. Sie sehen sich selten und ihr Umgang ist steif und unbeholfen. Sie finden kaum einen gemeinsamen Gesprächsstoff, retten sich in Belanglosigkeiten und lügen sich gegenseitig etwas vor. 

Kokuho - The Master Of Kabuki

JP 2025, OV/df, 174', Regie: Lee Sang-il, mit Ryo Yoshizawa, Ryusei Yokohama, Ken Watanabe

Filmkritik von Walter Gasperi

Sang-il Lee entführt in die faszinierende Welt des Kabuki-Theaters und erzählt von Freundschaft und Karriere, japanischen Traditionen und dem Preis des Ruhms: Ein bildmächtiges, mitreißendes Epos, das den Bogen über 50 Jahre spannt und mühelos fast drei Stunden fesselt.

La Petite Dernière

FR/DE 2025, F/d, 105', Regie: Hafsia Herzi, mit Nadia Melliti, Ji-min Park, Louis Memmi,

Filmkritik von Walter Gasperi

Die 17-jährige Fatima ist gläubige Muslima, wird sich aber auch zunehmend ihrer Homosexualität bewusst: Getragen von der in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichneten Nadia Melliti zeichnet Hafsia Herzi in ihrer Verfilmung von Fatima Daas autobiographischem Debütroman ein feinfühliges und differenziertes Porträt der Belastung und der Zerrissenheit des Teeangers zwischen queeren Sehnsüchten und muslimischen sowie familiären Traditionen.

Mit Einem Tiger Schlafen

AT 2025, D, 107', Regie: Anja Salomonowitz, mit Birgit Minichmayr, Johanna Orsini, Oskar Haag

Filmkritik von Walter Gasperi

Anja Salomonowitz zeichnet in einer Collage aus fragmentarischen Szenen ein Bild von Leben und Schaffen der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig (1919 – 2014). – Ein vielschichtiger Hybrid aus Spielfilm und Dokumentarfilm, in dem Lassnig in den unterschiedlichsten Lebensaltern von Birgit Minichmayr verkörpert wird.

Nacktgeld

CH 2025, D/f, 78', Regie: Thomas Imbach, mit Deleila Piasko, Milan Peschel, Jan Bülow

Lilis Sommerferien nehmen eine unerwartete Wendung, als ihre Mutter sie drängt, Dorsday, einen Freund der Familie um Geld zu bitten, damit ihr Vater nicht ins Gefängnis muss. In dieser Nacht verliert sie nicht nur ihre Würde, sondern auch alle bisherigen Gewissheiten.

One Battle After Another

US 2025, OV/df, D, 161', Regie: Paul Thomas Anderson, mit Leonardo DiCaprio, Sean Penn, Benicio Del Toro

Filmkritik von Walter Gasperi

Viva la revolución: Eine Widerstandsgruppe kämpft mit radikalen Aktionen gegen die Abschiebepraxis der rassistischen US-Behörden. - Inspiriert von Thomas Pynchons Roman "Vineland" gelingt Paul Thomas Anderson ein 161 Minuten, atemloser und auf jeder Ebene brillanter Film, der sowohl am Puls der Zeit als auch höchst unterhaltsam ist.

Rebuilding

US 2025, OV/df, 95', Regie: Max Walker-Silverman, mit Josh O’Connor, Lily LaTorre, Meghann Fahy

Nachdem seine Ranch durch einen Waldbrand vollständig zerstört wurde, muss der zurückhaltende Dusty in einen provisorischen Wohnwagenpark ziehen. 

Rental Family

JP/US 107, D/OV/df, 107', Regie: Hikari, mit Brendan Fraser, Takehiro Hira, Mari Yamamoto

RENTAL FAMILY erzählt die Geschichte eines in Tokio lebenden US-Schauspielers (Oscar®-Preisträger Brendan Fraser), der auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben ist, bis es ihm gelingt, einen ungewöhnlichen Job an Land zu ziehen. Für eine japanische „Rental Family“-Agentur schlüpft er in unterschiedliche Rollen und spielt als Familienmitglied den Sohn, Ehemann oder Vater.

Roofman

US 2025, OV/df, 126', Regie: Derek Cianfrance, mit Channing Tatum, Kirsten Dunst, Juno Temple

Filmkritik von Walter Gasperi

Derek Cianfrance erzählt die unglaubliche, aber wahre Geschichte des Serieneinbrechers Jeffrey Manchester, der sich nach einem Gefängnisausbruch über Monate in einem Spielzeugladen versteckt, als unaufgeregten Mix aus Komödie und Drama mit gesellschaftskritischen Akzenten.

Sentimental Value

NO 2024, OV/df, 133', Regie: Regie: Joachim Trier, mit Renate Reinsve, Inga Ibsdotter Lilleaas, Stellan Skarsgård

Filmkritik von Walter Gasperi

Ein egozentrischer Regisseur, dem die Karriere immer wichtiger war als die Familie, und seine zwei gegensätzlichen Töchter: Joachim Trier erzählt in seinem in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichneten sechsten Spielfilm feinfühlig und vielschichtig ein klassisches Familiendrama um Kunst und Leben, um Entfremdung und Sehnsucht nach Versöhnung.

Stiller

CH 2025, D, 99', Regie: Stefan Haupt, mit Sven Schelker, Albrecht Schuch, Paula Beer

Filmkritik von Walter Gasperi

Stefan Haupts Verfilmung von Max Frischs 1954 erschienenem Roman überzeugt mit starker Besetzung und sorgfältiger Ausstattung, lässt aber abgesehen von einer Straffung des Romans einen eigenen Ansatz vermissen.

The Last Viking

DK 2025, OV/df, 117', Regie: Anders Thomas Jensen, mit Mads Mikkelsen, Kardo Razzazi, Nikolaj Lie Kaas

Filmkritik von Walter Gasperi

Anders Thomas Jensen feiert in seinem heftigen Mix aus schwarzem Humor und brutaler Gewalt Außenseitertum und Individualität und erzählt auch berührend von familiärem Trauma: Skurrile Figuren, Einfallsreichtum und die abrupten Wechsel der Tonlage sorgen für eine Achterbahnfahrt zwischen Lachen und Entsetzen.

The Secret Agent

BR 2025, OV/df, 160', Regie: Kleber Mendonça Filho, mit Wagner Moura, Maria Fernanda Candido, Gabriel Leone

Filmkritik von Walter Gasperi

Kleber Mendonça Filho zeichnet in seinem in Cannes mehrfach preisgekrönten, packenden Politthriller ein atmosphärisch dichtes Bild des von Polizeiwillkür, Korruption, Angst und Verunsicherung geprägten Brasilien der Militärdiktatur der 1970er Jahre: Virtuos aufgebautes, inhaltlich vielschichtiges und visuell aufregendes Kino, das souverän die Spannung über 158 Minuten aufrecht hält.

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