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Über Umwege ist Barbara Seiler zum Film gekommen. Lange Zeit hatte sie gar nicht daran gedacht, dass Filmemachen etwas für sie sein könnte. Zunächst machte die junge Regisseurin, die in Eisleben, einer kleinen Stadt in der ehemaligen DDR, geboren wurde, eine Ausbildung zur Dekorationsgestalterin und besuchte danach eine Journalistenschule in Berlin. Sie arbeitete als freie Redaktorin für verschiedene deutsche Medien und wurde schliesslich Kulturredaktorin fürs Schweizer Fernsehen. Hier realisierte sie zahlreiche Filmbeiträge und Dokumentarfilme, wie beispielsweise das Portrait „Landschaft in Bewegung“ über den Bündner Fotografen Hans Danuser, den sie über zwei Jahre lang immer wieder begleitete, oder das Making Of zum Klassikspektakel „La Traviata“, das live im Zürcher Hauptbahnhof aufgeführt wurde.
Vermehrt widmet sich Barbara Seiler nun dem Spielfilm. Durch ihr langes dokumentarisches Arbeiten wirken ihre Kurzfilme nach eigenen Aussagen fast schon künstlich und überdreht. Dies eine Art Kompensation, da sie hier nicht der Wahrheit verpflichtet ist, sondern das erzählen kann, was sie möchte. So entstanden der schwarzweiss Kurzfilm „Death by Scrabble“ und zuletzt ihr Diplomfilm „Tanz im Glück“ für das Master of Arts in Film Studium an der ZHdK. „Tanz im Glück“ erzählt die Geschichte von zwei verschiedenen Frauen, der Putzfrau Anna und der Börsenmaklerin Helen, die sich in einem Salsakurs ineinander verlieben, da sie aufgrund Männermangels miteinander Tanzen müssen. Barbara Seiler wollte in ihrem jüngsten Werk einerseits die Klassenunterschiede zwischen den beiden Protagonistinnen thematisieren und andererseits ein lesbisches Märchen erzählen. Am diesjährigen schwullesbischen Filmfestival Pink Apple wurde der Film vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen. „Tanz ins Glück“ läuft zudem das ganze Jahr hindurch an zahlreichen Festivals rund um den Globus.
Christoph Sulser

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