Newsletter082

Ab dem kommenden Donnerstag startet im Kino Xenix unter dem Titel „Désir et Discours“ eine Filmreihe über den Schweizer Regisseur Alain Tanner, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiert. Bis Anfangs Juni werden insgesamt siebzehn seiner Filme präsentiert. Zusätzlich zeigt das filmpodium neben zwei Filme von Tanner eine Auswahl der „Groupe des Cinq“.

Bevor sich der in Genf geborene Tanner ganz dem Film widmete, studierte er zunächst Wirtschaftwissenschaften, gründete jedoch schon an der Universität zusammen mit Claude Goretta einen Filmclub. Nach dem Studium heuerte Tanner 1952 in Genua bei einem Schweizer Frachtschiff an, 1955 ging er nach London, um beim British Film Institute und bei der BBC zu arbeiten. Beeinflusst durch die englische Free-Cinema-Bewegung, drehte Tanner dort seinen ersten Film, „Nice Time“, ein dokumentarischen Kurzfilm über den Piccadilly Circus an einem Samstagabend. Dieses Debüt wurde auch sogleich an den Filmfestivals in Venedig und Locarno ausgezeichnet. Tanner ging darauf für eine kurze Zeit nach Frankreich, wo er mit der aufkeimenden Nouvelle Vague in Berührung kam, jedoch von dieser Bewegung im Vergleich zum Free-Cinema weit weniger begeistert war. Schliesslich kehrte er zu Beginn der 60er Jahre nach Genf zurück, wo er zahlreiche Dokumentationsfilme für das Westschweizer Fernsehen drehte und die „Groupe des Cinq“, eine Vereinigung von fünf jungen Filmemachern, mitbegründete. Seine grössten Erfolge feierte Alain Tanner in den Siebziger- und Achtzigerjahren, so ist beispielsweise sein Film „Jonas qui aura 25 ans en l’an 2000“ aus dem Jahre 1976 bis heute der erfolgreichste Schweizer Film im Ausland, der allein in den USA eine Million Kinoeintritte verbuchen konnte.
Christoph Sulser

Powered by eZ Publish™ CMS Open Source Web Content Management. Copyright © 1999-2024 7x (except where otherwise noted). All rights reserved.